16
Apr

Maltes Delhi – Angekommen im indischen Alltag

Von

Ein Streifzug mit MISEREOR-Freiwilligen durch Delhi

kinder_1006Auf dem Rückweg von Thailand nach Deutschland machen wir einen Zwischenstopp in Delhi.  Vier Tage Megacity. Asif und Moushumi, Mitarbeiter unserer Partnerorganisation “Butterflies”, nehmen uns bei der Ankunft im wahrsten Sinne des Wortes an die Hand. Denn sie zeigen uns, wie man auf “indische Weise” eine extrem befahrene Straße mit Sack und Pack während der Rush-Hour überquert. Zunächst erscheint es uns unvorstellbar die andere Straßenseite lebend zu erreichen, doch voller Vertrauen folgen wir mutig unseren Partnern, die mit einem kleinen Lächeln unsere erste indische Straßenüberquerung beobachten. Von der Verkehrssituation in Delhi haben unsere Freiwilligen schon viel berichtet, aber diese hautnah zu erleben, ist dann doch etwas ganz anderes. Diesen Beitrag weiterlesen »

Schlagworte: , ,

1 Kommentar »

14
Apr

Neuer Weltklimarat-Bericht: Die Zukunft ist Er-Neuerbar

Von

Seit September letzten Jahres hat der Zwischenstaatliche Ausschuss über Globale Klimaveränderungen (IPCC) seine drei Teile zu den Ursachen (Teil 1) und Folgen des Klimawandels (Teil 2) und Handlungsoptionen (Teil 3) vorgestellt. Nun verkündet der dritte Bericht: Klimaschutz ist machbar und – im Vergleich mit einer Wirtschaftsweise, die auf ein „weiter wie bisher“ setzt –global betrachtet sogar volkswirtschaftlich lohnend!

Der aktuelle Bericht des Weltklimarat IPCC wurde der Öffentlichkeit am 13.April 2014 präsentiert.

Der aktuelle Bericht des Weltklimarat IPCC wurde am 13.April 2014 präsentiert.

Die Warnungen der mehr als 800 beteiligten Wissenschaftler sind deutlich: Wenn die Menschheit weiter macht wie bisher, werden die globalen Durchschnittstemperaturen bis zum Ende dieses Jahrhunderts um 3,7 bis 4,8 Grad  Celsius ansteigen. Dies würde bereits erzielte Entwicklungserfolge in Entwicklungsländern empfindlich gefährden und Millionen von Menschen in die Armut treiben. Zwar bestehen viele Möglichkeiten zur Anpassung an die Veränderungen, sie können allerdings nur wirken, wenn die Erderwärmung massiv begrenzt wird.

Nun verkündet der dritte Bericht: Die Erderwärmung ist noch auf unter 2° Celsius begrenzbar. Klimaschutz ist machbar und – im Vergleich mit einer Wirtschaftsweise, die auf ein „weiter wie bisher“ setzt –global betrachtet sogar volkswirtschaftlich lohnend.

Es gibt sie also – die andere Zukunft. Um die Treibhausgase auf ein entsprechendes Niveau zu stabilisieren, müssten bis 2050 bis zu 70 % weniger Treibhausgase emittiert werden. Bis zum Ende des Jahrhunderts könnte die Welt nahezu ohne fossile Energieträger auskommen. Dreißig Milliarden US Dollar pro Jahr müssten aus dem fossilen System abgezogen, Investitionen in grüne Energien zudem mindestens verdoppelt werden.

Diese bloßen Zahlen verraten nichts anderes, als dass Kohle und Erdöl als Energieträger der Menschheit ausgedient haben. Die Zukunft ist – mit Gas als Brückentechnologie – effizienter und erneuerbar. Diesen Beitrag weiterlesen »

14
Apr

Ob Chano überlebt hat?

Von

Kalkutta: Ein Brand hat vielen Familien des MISEREOR-Projekts Tiljala SHED das wenige genommen, was sie besaßen.

Mädchen auf einer Müllkippe in Kalkutta

Chano wohnte mit ihrer Familie im Slum “Park Circus”. Ob sie überlebt hat?

Shafkat hat geschrieben. Wir stehen seit der Fastenaktion 2012 in Speyer in Kontakt. Der sonst nie um einen munteren Ton verlegene Projektpartner aus Kalkutta hat diesmal Schlimmes zu erzählen. Bei einem verheerenden Brand in „seinem“ Projekt wurden jetzt 400 Hütten, dem Zuhause hunderter Müllsammlerfamilien, zerstört. Die Toten und Verletzten sind noch nicht einmal alle gezählt. 5000 Menschen seien von jetzt auf gleich ohne Obdach. Ich muss an Chano denken, dem Mädchen auf dem Fastenaktionsplakat von 2012, damals sieben Jahre alt, mit dem riesigen leeren Korb unterm Arm, indem sie die Müllkippe nach Verwertbarem durchsuchte. Sie wohnte mit ihrer Familie im Park Circus, dem beschönigenden Namen des Slums, in dem es jetzt so schlimm gebrannt hat. Ob sie überlebt hat? Diesen Beitrag weiterlesen »

14
Apr

Fußball-WM: Brasilianische Bischöfe klagen an!

Von

Während in Deutschland über den Kader für die Fußball-WM spekuliert und über Public-Viewing diskutiert wird, kommen aus Brasilien selbst deutlich ernstere Schlagzeilen: So sind die Bauarbeiten im Stadion von Sao Paulo nach dem erneuten Tod eines Arbeiters vorläufig unterbrochen worden und werden wahrscheinlich erst kurz vor dem Start der Weltmeisterschaft beendet sein. Ein Nervenspiel – immerhin findet hier das Eröffnungsmatch statt.

Eine andere aktuelle Schlagzeile lautet so: “Brasiliens Armee besetzt Armenviertel in Rio”. 1180 Militärpolizisten, 132 Zivilpolizisten, vier  Helikopter und 15 gepanzerte Fahrzeuge waren in einer ganzen  Reihe von Favelas im Einsatz, die in der Nähe des Internationalen Flughafens der Zuckerhut-Metropole liegen. Wenn hier in wenigen Wochen Fußballfans aus aller Welt landen, sollen sie ein sicheres Umfeld antreffen, lautet die Begründung der Behörden für diese brachiale Aktion speziell gegen Drogen- und Waffenhändler, die  in den fraglichen Favelas wohnen. Diesen Beitrag weiterlesen »

Schlagworte: , ,

Keine Kommentare »

10
Apr

Multikultureller Einsatz – Ein Schul-Aktionstag zugunsten MISEREORs

Von

Fragt man die 18jährige Asmaa, warum sie sich für MISEREOR engagiert, muss sie nicht lange überlegen: “Erst vor kurzem habe ich auch an einer Veranstaltung für syrische Flüchtlinge mitgewirkt”, sagt die Schülerin der 11. Klasse an der Aachener Heinrich-Heine-Gesamtschule. Das war ihr sehr wichtig, weiß sie doch viel über die schwierige Lage dieser Menschen. Asmaas Familie stammt aus dem Libanon, ein Land, das inzwischen eine Million Syrer aufgenommen hat, die aus ihrer vom Krieg gepeinigten Heimat geflohen sind. Nun steht Asmaa in der Eingangshalle ihrer Schule am Coffee Stop-Stand und verkauft Kaffee und Kuchen zugunsten des Aachener Entwicklungshilfswerks.

Coffee Stop in AachenDer Andrang ist groß; immer wieder müssen die Schülerinnen und Schüler neuen Kaffee kochen, und es gibt am Stand auch so manches Gespräch über die Arbeit von MISEREOR. Die Kinder und Jugendlichen haben im Philosophie-, Religions- und Wirtschaftsunterricht viel über Armut, Hunger, Ungerechtigkeit und Menschenrechtsverletzungen dieser Welt gehört und sich intensiv mit diesen Themen beschäftigt. Nun wirken sie sichtlich motiviert, mit dem Coffee Stop auch konkret etwas für Menschen in armen Ländern tun zu können. Der Blick über den Tellerrand hin zur Situation in anderen Weltregionen fällt ihnen nicht schwer. Diesen Beitrag weiterlesen »

Schlagworte:

Keine Kommentare »

9
Apr

Ein Leben für Liebe und Versöhnung in Syrien

Von

Gottesdienst mit Pater Frans van der Lugt

Der Jesuitenpater Frans van der Lugt wurde am 6. April in der syrischen Stadt Homs erschossen

Auf die Ermordung des niederländischen Jesuitenpaters Frans van der Lugt in Syrien haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von MISEREOR mit großer Bestürzung und Trauer reagiert. Der 75-jährige Ordensmann gehörte der weltweit agierenden Flüchtlingshilfeorganisation der Jesuiten (JRS) an, mit der MISEREOR seit Jahrzehnten eng zusammenarbeitet.

„Für die vom Bürgerkrieg betroffene Bevölkerung in Syrien ist der Tod von Pater Frans ein schwerer Verlust“, sagte Maria Haarmann, Regionalreferentin für die Länder des Nahen Ostens und der Maghreb-Staaten bei MISEREOR. „Er hat sich aufopferungsvoll für die notleidenden Menschen in der Region eingesetzt und dabei viele Gefahren auch für sich persönlich in Kauf genommen“, so Haarmann. MISEREOR förderte in den Jahren 2009 bis 2012 zwei Projekte, an denen Pater Frans unmittelbar beteiligt war. Eines dieser Projekte widmete sich der Integration von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen im ländlichen Raum rund um al-Quseir, ein weiteres Projekt kam mehr als 6000 Binnenflüchtlingen in den Regionen von Damaskus, Aleppo und Homs zugute, die mit lebensnotwendigen Gütern wie Nahrung und Medikamenten versorgt und für die Notunterkünfte errichtet wurden. Diesen Beitrag weiterlesen »

Schlagworte:

Keine Kommentare »

7
Apr

Ruanda: “Wir sind dazu bestimmt, Freunde zu sein”

Von

3.400 Studierende lernen am “Institut d’Enseignement Supérieure” (INES) in Ruhengeri im Nordwesten Ruandas. 54 Prozent davon sind Frauen. Fabien Hagenimana, stellvertretender Rektor und Dozent für Philosophie, spricht 20 Jahre nach dem Völkermord in Ruanda über das Zeichen der Versöhnung, das die Diözese Ruhengeri mit der Fachhochschule setzt.

Wie präsent sind die Erinnerungen an den Genozid 20 Jahre nach dem Ereignis?

Fabien Hagenimana

Fabien Hagenimana

Fabien Hagenimana: Es gibt immer noch offene Wunden, auch wenn von Seiten der Regierung, Kirchen und Nichtregierungsorganisationen viele Anstrengungen unternommen werden, diese zu heilen. Wer das miterlebt hat, kann nicht vergessen. Viele sind traumatisiert. Es gibt Menschen, die ihre ganze Familie verloren haben. Man kann versuchen, sie zu unterstützen, aber man kann ihnen nicht Mutter und Vater zurückgeben. Diesen Beitrag weiterlesen »

Schlagworte:

Keine Kommentare »

4
Apr

Warum man in Kambodscha die Füße besser unterm Po hat

Von

Erlebnisse während eines Freiwilligendienst-Partnerworkshops in Thailand

Der Austausch über Erfahrungen und Herausforderungen mit dem Freiwilligendienst sowie das gegenseitige Kennenlernen standen im Mittelpunkt des Partner-Workshops in Hua Hin / Thailand.

Der Austausch über Erfahrungen und Herausforderungen mit dem Freiwilligendienst sowie das gegenseitige Kennenlernen standen im Mittelpunkt des Partner-Workshops in Hua Hin / Thailand.

Kambodscha, Thailand, Indien, Osttimor und die Philippinen:  Auf einem Partner-Workshop in Hua Hin in Thailand hatten wir jetzt die Gelegenheit unsere asiatischen Freiwilligendienst-Partnerinnen und -Partner aus diesen Ländern persönlich kennenzulernen. Gemeinsam arbeiteten wir eine Woche zu Fragen rund um den Freiwilligendienst.  Ob Unklarheiten, Herausforderungen oder einfach die alltäglichen Erfahrungen im und mit dem Freiwilligendienst: Ziel des Workshops war es, über alles einmal zu sprechen, um somit Verbesserungen oder Änderungen in unserer Arbeit zu erreichen. Das persönliche Kennenlernen, den direkten Austausch und das Einbeziehen aller beteiligten Akteure war dabei von großer Bedeutung. Diesen Beitrag weiterlesen »

Schlagworte:

1 Kommentar »

4
Apr

Hunger in der Sahelzone

Von

Wie entstehen Hungersnöte in der Sahelzone?

Hungersnöte entstehen nicht “aus heiterem Himmel” und sie sind in den wenigsten Fällen nur auf Niederschlagsschwankungen oder Dürren zurück zu führen. In der Regel verursacht ein ganzes Bündel an Faktoren, die sich jeweils gegenseitig verstärken, akuten Hunger. Wenn es zu Hungersnöten kommt, sind meist drei Ursachen ausschlaggebend:

  • Die Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln. Diese ist nicht nur abhängig von Wetterbedingungen und den erzielten Ernten. Die Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln wird teilweise auch künstlich verknappt, wenn z. B. lokale Händler Getreide horten, um an Spekulationen zu verdienen.
  • Die vorhandene Kaufkraft der Bevölkerung, also wie viel Geld Menschen zur Verfügung haben, Nahrungsmittel zu kaufen bzw. dazu zu kaufen. Vielen Bauern fehlen die finanziellen Rücklagen, mit denen sie Dürreperioden überstehen könnten.
  • Der Umgang des Staates mit Krisen. Oft reagieren die Regierungen unangemessen. Sie spielen die Ernährungssituation aus politischen Gründen herunter und verschlimmern damit die Situation durch zu spätes Eingreifen. Dank des Aufbaus von Frühwarnsystemen können Staaten heute einiges dagegen tun, dass ihre Bevölkerung hungert. So können Regierungen verhindern, dass sich Grundnahrungsmittel extrem verteuern, indem sie ausreichend Getreidereserven anlegen und stufenweise freigeben. Finden die Herden nicht mehr ausreichend Futter auf den vorhandenen Weiden, kann der Staat den Hirten und Nomaden gezielt Tiere abkaufen. Das stabilisiert die Preise auf den Viehmärkten und hilft den Familien, mit dem Einkommen aus dem Verkauf der Tiere die Monate bis zur nächsten Regenzeit zu überstehen, ohne auf Hilfslieferungen angewiesen zu sein. Diesen Beitrag weiterlesen »

Schlagworte: ,

Keine Kommentare »

31
Mrz

“Nicht nur Geld sammeln, sondern auch reflektieren!”

Von

Die katholische St. Marienschule in Berlin Neukölln wurde dieses Jahr Partnerschule von MISEREOR. Johannes Weischede ist seit sechs Jahren Schulleiter der Oberschule. Michael Kiebel leitet die Integrierte Sekundarschule. Die beiden Schulleiter sagen: “Für unsere Schule ist die Schulpartnerschaft eine wirkliche Bereicherung!”

"Wir wollen, dass die MISEREOR Themen nicht nur im Religionsunterricht angesprochen, sondern in möglichst vielen Fächern thematisiert werden. ", sagt Schulleiter Johannes Weischede. © Singhal/MISEREOR

“Wir wollen, dass die MISEREOR Themen nicht nur im Religionsunterricht angesprochen, sondern in möglichst vielen Fächern thematisiert werden. “, sagt Schulleiter Johannes Weischede. © Singhal/MISEREOR

MISEREOR: Herr Weischede, Ihre Schule wird Projektpartnerschule von MISEREOR. Wie kam es dazu?

Weischede: Wir haben uns immer schon mit Spendenläufen für verschiedene Projekte eingesetzt. Dann kam irgendwann die Idee mit der Schulpartnerschaft auf. Unser Kollegium hat den Vorschlag einstimmig angenommen. Die Schulpartnerschaft mit MISEREOR gibt unserem Engagement nun einen festen Rahmen. Wir wollen, dass die MISEREOR Themen nicht nur im Religionsunterricht angesprochen, sondern in möglichst vielen Fächern thematisiert werden.

Kiebel: Wir wollen nicht nur Geld sammeln, sondern das Anliegen MISEREORS mit unseren Schülern umfassend reflektieren. Für uns ist die Schulpartnerschaft eine wirkliche Bereicherung! Sie ist uns wichtig und das ganze Kollegium steht dahinter. Diesen Beitrag weiterlesen »

Schlagworte: , ,

Keine Kommentare »

  • Kategorien



  • Die Autoren des Blogs

    Die Autoren des Freiwilligendienstes

  • MISEREOR-Blog läuft mit WordPress Beiträge (RSS) und Kommentare (RSS).