27
Okt

Mes Patria – der Vaterlandsmonat in Mexiko

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Der Monat September ist und war ganz besonders in Mexiko, da es der sogenannte “Mes Patria” (der Vaterlandsmonat) ist. Das markante Event, das zu dieser Namensgebung geführt hat, ist der Unabhängigkeitstag am 16. September. Wie reichlich das hier gefeiert wird, werde ich im Folgenden erleuchten.

Anfänge der Unabhängigkeit: Dolores & Guanujuato

Mexiko feierte seine Unabhängigkeit am 16. September 1810, genauer gesagt in der Nacht vom 15. September auf den 16. September. Alles begann damals in Dolores, einem Ort in der Nähe des Bundestaates Guanajuato. Dort wurde die Glocke (Campanas de Dolores) geläutet, um den Beginn des Aufstands zu markieren. Heute wird diese Glocke, die jetzt im Nationalpalast in Mexiko-Stadt hängt, traditionellerweise jedes Jahr vom regierenden Präsidenten geläutet, somit in diesem Jahr von Enrique Peña Nieto. Ein Event, das maßlos überfüllt ist, aber nicht immer positiv wahrgenommen wird, je nachdem welcher Präsident gerade regiert. Videos dazu gibt es reichlich bei YouTube ;) .

Danach hat man damals die “Alhóndigas de Granaditas” gestürmt, einen Kornmarkt in der Stadt Guanajuato, Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates und Weltkulturerbe.

Alhóndigas de Granaditas

Alhóndigas de Granaditas

Ich denke, man kann das gut mit dem Sturm auf die Bastille damals in Frankreich vergleichen. Um diesen Tag auch wirklich so national wie möglich zu feiern, hat es mich auch zu einem Kurztrip nach Guanajuato geführt. Eine sehr schöne kleine Stadt, im Kolonialstil, und die mir wirklich sehr gut gefallen hat. Diesen Beitrag weiterlesen »

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26
Okt

Das war knapp – Brasilien hat gewählt

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Heute, 19:00: Ein Aufschrei in den Bars hier in Olinda, in denen die roten T-Shirts der Unterstützerinnen und Unterstützer der amtierenden Präsidentin überwiegen, gefolgt von Schlachtrufen und Samba-Musik: Dilma Rousseff stand bei der ersten offiziellen Hochrechnung bei 50,99% und der Gegenkandidat Aécio Neves bei 49,01%. Gut zwei Stunden später sind dank des fortschrittlichen elektronischen Wahlsystems alle Stimmen ausgezählt mit dem Endergebnis um 21:30: Dilma: 51,64%, Aécio: 48,36%. Autokorsos, Hupkonzerte und Böller hier im Bundesstaat Pernambuco, in dem Dilma über 70% der Stimmen gewonnen hat.

image2Eine Präsidentenwahl auf einer Dienstreise hautnah zu erleben, gehört auch für uns Projektverantwortliche nicht zum Tagesgeschäft. Und diesmal, im Gegensatz zu 2010, als ich beim ersten Wahlgang auch in Brasilien war, der Sieg der PT aber erwartet wurde, war es so spannend, dass selbst ich heute Herzklopfen hatte, als ich abends den Fernseher eingeschaltet habe. Seit Monaten gibt es in praktisch jedem Gespräch kein anderes Thema. “Vote consciente”( “Wähle bewusst”), riefen sich die Leute heute Morgen über die Straße zu. Ein Beweis dafür, dass Brasilien heute eine stabile Demokratie ist, auch wenn noch immer eher Personen als Parteien oder gar Parteiprogramme gewählt werden. Diesen Beitrag weiterlesen »

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23
Okt

50 Jahre MISEREOR im Tschad: Auf der Suche nach dem ersten von MISEREOR geförderten Projekt

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Jubiläen bieten einen starken Anlass, sich der gemeinsamen Grundlagen und Werte zu vergewissern, die die Zusammenarbeit prägen, jedoch im Alltag nicht stets und ständig Gesprächsgegenstand zwischen MISEREOR und seinen Partnern sein können. Im Tschad blicken wir heute auf fünfzig Jahre gemeinsamer Entwicklungskooperation zurück und werden diesen Jahrestag Ende Oktober durch ein Jubiläumsprogramm würdigen.

Tschad altes Bild

Aufnahme von einem der ersten durch MISEREOR geförderten Projekte im Tschad

Anfang des Jahres begann ich, zur Vorbereitung, nach Spuren des ersten MISEREOR-Projekts im Land des Toumaî – so ein auf den Toumaî-Urahne (“der erste Mensch2) anspielender Eigenname des zentralafrikanischen Lands – zu suchen. Der freundliche, verbindliche Archivar in der Geschäftsstelle verblüfft mich im Januar nicht schlecht, als er binnen zwei Tagen zur vorhandenen Projektnummer 109-002-0001 die gut erhaltene vollständige Akte aus dem Jahre 1964 zum Vorschein bringt – mit Vertragspapieren, Photographien von Baumwollfeldern, einer Baustelle sowie der nachher fertiggestellten Bauten als auch weitere Projektdokumente. Diesen Beitrag weiterlesen »

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20
Okt

Kleinbauern gegen Multinationals – David gegen Goliath?

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“Die Sauberkeit unserer Stadt hängt nicht von der Gemeindeverwaltung ab, sondern vom Benehmen seiner Einwohner.” Mit diesen klaren Worten grüßt der Bürgermeister von El Colorado auf einem überdimensionalen Schild seine Einwohner und Besucher der Provinz Formosa, die berüchtigt ist für Wahlbetrug, Korruption und Rassismus.

Der Bürgermeister ist schon seit Jahrzenten im Amt, seine Frau leitet die Grundstücksverwaltung und seine Tochter führt die größte Baufirma der Gegend. Immer wieder werden hier Demonstrationen der indigenen Bevölkerung gewaltsam beendet und Organisationen werden in ihrem Einsatz für die Rechte von Indígenas und Kleinbauern blockiert. Zusammen mit meinen Kolleginen Araceli Pared und Silvia Braidot nahm ich in diesem schwierigen Kontext an einem Treffen verschiedener Organisationen und Bauernverbände teil.

Ein Bauernhof wie aus dem Bilderbuch

Raúl und seine Felder

Raúl und seine Felder

Fernab des nächsten Dorfes findet das Treffen bei einer Kleinbauernfamilie statt und fühlt sich für mich eher wie ein großes Familientreffen an: Ganz selbstverständlich werden die Räume der Familie geteilt, um für alle einen Schlafplatz zu finden. Es wird zusammen gekocht und der Hausherr führt uns begeistert über seine 10 Hektar. Seine Ländereien kommen dem Garten Eden wohl ziemlich nah: Im Winter baut er Salat, Yucca, Kartoffeln, Knoblauch, Karotten und Rote Beete an, im Sommer auch noch Wasser- und Honigmelone und viele andere Leckereien. Die Familie macht eigenen Käse aus der frisch gemolkenen Kuhmilch und die Schweine fühlen sich sichtlich wohl in ihrem Gehege. Gleich nebenan hängen 2 Kilo schwere Grapefruits pflückbereit von den Bäumen. Die Familie bietet außerdem seit einem Jahr so etwas wie “Ferien auf dem Bauernhof” in einer sehr spartanischen Form an und kann damit ihr Einkommen noch ein wenig aufbessern. Ich bin begeistert! Diesen Beitrag weiterlesen »

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14
Okt

Run For Education – Für eine neue Schule im Südsudan

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3 Fragen an…

…MISEREOR-Ausbildungsleiter Rolf Giesen. Am 2. November tritt er beim New York Marathon an – und bis dahin sammelt er so viele Spendengelder für ein Bildungsprojekt im Südsudan, wie nur möglich.

Für welches Projekt genau laufen Sie?

Rolf Giesen startet beim New York Marathon

Rolf Giesen startet beim New York Marathon

Giesen: Ich laufe für ein Bildungsprojekt im Südsudan. Dort herrscht seit über 50 Jahren Bürgerkrieg, nicht einmal die Hälfte der Kinder besucht dort eine Schule, es fehlt an Geld für Materialien, Gebäuden und Lehrpersonal. Das noch junge Leben der Kinder ist geprägt von Gewalterfahrungen und Krieg. In der Diözese Rumbek werden daher Grund- und Sekundarschulen aufgebaut, um den jungen Menschen wieder eine Perspektive zu ermöglichen. Besonders hat mich daran bewegt, dass abends auch die Eltern in die Schulen gehen um auch ihr Recht auf Bildung wahrzunehmen. Ich bin im Förderverein der Berufsschule Aachen, Prüfer bei der IHK und helfe Stipendien für Hochbegabte in Beschäftigung zu vergeben – Menschen auf den Weg zu bringen ist mein Thema, das bewegt mich. Außerdem möchte ich zeigen: Bei all den Problemen weltweit haben wir euch nicht vergessen. Diesen Beitrag weiterlesen »

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14
Okt

Einstürzende Fabriken, verlassene Plantagen

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Immer wieder wird man als Verbraucher mit den menschenverachtenden Arbeitsbedingungen in globalen Produktionsketten konfrontiert. Als im April 2013 über 1100 Menschen beim Einsturz einer Textilfabrik in Bangladesch ums Leben kamen, geriet dieses Thema weltweit in die Schlagzeilen. Die mediale Aufmerksamkeit hat in der Zwischenzeit wieder abgenommen, doch die Strukturen, die mit zum Tod der Arbeiterinnen und Arbeiter beigetragen haben, sind fortwährend auch in anderen Wirtschaftsbereichen zu finden.

Titelbild - Studie - Harvesting Hunger - Plantation Workers and the Right to Food

Titelbild der Studie: Harvesting Hunger – Plantation Workers and the Right to Food

Vor einem Jahr kamen bei der Suche nach den Unfallursachen nicht nur Missstände im Arbeitsschutz zur Sprache, sondern auch zahlreiche weitere Verletzungen von Arbeits- und Sozialstandards. Vielfach waren die Angeklagten jene Unternehmen, die Kleidung zu Preisen anbieten, die weit unter dem tatsächlichen Material- und Produktionswert liegen, z.B. KIK, C&A, H&M oder Primark.

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12
Okt

Ebola: Ein Krankenhaus im Slum wappnet sich

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Im Slum Westpoint der liberianischen Hauptstadt Monrovia könnte sich der Ebola-Virus wie ein Buschfeuer verbreiten. Wie durch ein Wunder ist das bisher noch nicht geschehen. Dr. Klemens Ochel vom Missionsärztlichen Institut in Würzburg berät dort für MISEREOR eine Klinik. Hier berichtet er.

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Der Slum Westpoint wurde berühmt, als die liberianische Regierung versuchte, ihn unter Quarantäne zu stellen und die einzige Ausfahrt sperrte. Fotos: Klemens Ochel

Tag 6 (…): Westpoint ist ein Slum von Monrovia auf einer Halbinsel. Es herrscht eine unvorstellbare Enge und ein Gedränge von Menschen. Hier trifft man Menschen, die geprägt sind vom täglichen Kampf ums Überleben. Sie haben von außen bisher wenig Gutes bekommen. Der Überlebenskampf hat die Menschen zusammengeschweißt. Ebola hat das sogar noch verstärkt. Wir treffen eine Selbsthilfegruppe, die von Haus zu Haus geht. Die jungen Männer und Frauen klären über Ebola auf und raten den Bewohnern, sich regelmäßig mit chloriertem Wasser die Hände zu waschen. Trifft die Gruppe mögliche Ebola-Patienten an, dann rufen sie die Ambulanz. Jasper (Name geändert) ist einer von ihnen. “Wenn wir nicht rasch reagieren, dann kann sich Ebola hier wie ein Buschfeuer ausbreiten,” sagt er. Wie durch ein Wunder ist das bisher noch nicht passiert, obwohl es natürlich schon viele Fälle gegeben hat. Diesen Beitrag weiterlesen »

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10
Okt

Friedensnobelpreis für Malala Youzafzai

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Malala Yousafzai hat heute den Friedensnobelpreis erhalten. Mit dem Preis wird ihr Eintreten gegen die Unterdrückung von jungen Menschen und für deren Recht auf Bildung gewürdigt! Bereits im vergangenen Jahr erhielt sie  den Sacharow-Preis für Meinungsfreiheit des EU-Parlaments. 

Girls in Community School_UEFMalala ist 17. Seit sie elf ist, engagiert sie sich für das Recht auf Bildung für Mädchen und Frauen in ihrer Heimat Pakistan. Vor zwei Jahren ist sie deswegen von pakistanischen Taliban niedergeschossen worden. Aber sie machte weiter. Damit irgendwann alle Mädchen in der Khyber Pakhtunkhwa Provinz, im Nordwesten des Landes, zur Schule gehen können. Im Swat-Tal, das Teil der Provinz ist, hatten islamistische Extremisten während ihrer Herrschaft zwischen 2007 und 2009 über 750 Schulen zerstört. Diesen Beitrag weiterlesen »

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10
Okt

Neuer Lieblingsort: Entdeckt!

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Tatsächlich habe ich schon sehr früh einen neuen Lieblingsort hier in dieser großen Stadt gefunden. Die Leseratten unter uns verstehen somit auch, wenn ich euch sage, dass mein Ort des Wohlfühlens, des Sich-Zurückziehens und der puren Entspannung eine Buchhandlung ist. Doch etwa nicht eine ganz gewöhnliche Buchhandlung, NEIN! Es ist eine Buchhandlung inklusive Café….oder ist es eher ein Café inklusive Buchhandlung – Hmm, diese Frage der Perspektive überlasse ich dann jedem selber ;) .

Cafebreria El Péndulo

Cafebreria El Péndulo

Die Buchhandlung ist wirklich sehr schön dekoriert und die Sitzplätze aus den gemütlichsten Sofas der Welt gemacht. Das ganze erstreckt sich über Erdgeschoss und eine Etage, dennoch groß und verwinkelt genug, sodass man einigermaßen anonym bleibt und vor allem, sodass man das Gefühl hat, seine Privatsphäre zu haben. Zudem gibt es dort zwei Außenbereiche: ein Teil des Cafés ist auf der Terrasse und ein anderer wiederum auf einem kleinen, aber feinen Balkon. Diesen Beitrag weiterlesen »

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9
Okt

Ein besonderes Abendessen in Thailand

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Noch in Sportklamotten und mit einem Handtuch um die Schultern lief uns der Englischlehrer entgegen. Er käme gerade aus dem Kraftraum. Von der Arbeit kannten Barbara und ich den Pakistaner nur perfekt gekleidet im Anzug. Doch dies war eine private Einladung zum Abendessen. Wir sollten uns wie Zuhause fühlen.

Trotzdem war ich erst mal geschockt als ich seine Bleibe betrat. Der Englischlehrer lebt zusammen mit seinen zwei Freunden, die mit ihm aus Pakistan geflohen sind, in einem Zimmer. In dem Zimmer stehen nur ein Bett, ein Kühlschrank und ein Kleiderschrank, auf dem drei große Koffer, noch mit dem Flugkleber versehen, dicht nebeneinander liegen. Diesen Beitrag weiterlesen »

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