1
Okt

Kacha: Leben in Überschwemmungsgebieten

Von

Die MISEREOR-Partnerorganisation “Roots for Equity” unterstützt Landlose und Kleinbauernfamilien in den sogenannten “Kacha”-Gebieten der Provinzen Punjab und Sindh.

Nach der Flut im September 2014 stehen noch immer viele  "Kacha"-Gebiete unter Wasser.

Nach der Flut im September 2014 stehen noch immer viele “Kacha”-Gebiete unter Wasser.

“Kacha” nennen die Pakistaner Gebiete entlang von Flüssen, die von einem Damm eingeschlossen sind. Diese Dämme wurden gebaut, um die Bevölkerung vor Überschwemmungen zu schützen. Eigentlich sollte niemand in diesen Schutzzonen wohnen. Doch vielen arme Familien bestellen ihre Äcker und bauen ihre Häuser dennoch innerhalb der “Kacha” – weil sie keine andere Wahl haben. Es gibt für sie einfach kein Land, das sie nutzen könnten.

Diesen Beitrag weiterlesen »

Schlagworte:

Keine Kommentare »

1
Okt

Flut in Kaschmir: Die Menschen haben fast alles verloren

Von

Die Überschwemmungen, die Pakistan Anfang September heimgesucht haben, haben tausende von Dörfern in den Regionen Punjab, Azad Jammu und Kaschmir schwer getroffen. Die Überflutungen haben schwere Schäden angerichtet. Fast 300 Menschen kamen dabei ums Leben. Die MISEREOR-Partnerorganisation “Roots for Equity” hilft den Überlebenden.

floods-2014-15Uns wurde berichtet, dass die Beamten, die die Errichtung der Zeltlager veranlasst haben, sagten, dass die Betroffenen in den “Kacha” keine großen Verluste erlitten haben. Schließlich hätten sie in Erwartung der Überschwemmungen nichts angebaut. Solche Äußerungen sind geradezu kriminell!

In den vergangenen Jahren haben sich die Menschen an die wiederkehrenden Überschwemmungen – vor allem von Ende August bis Anfang September – gewöhnt und so gut es geht, darauf eingestellt. Dieses Jahr hatten die Bewohner der “Kacha” aber keine große Flut erwartet. Vorsorglich hatten viele ihr Getreidesaatgut auf Bäumen in Sicherheit gebracht. Doch als die Flut kam – viel stärker als erwartet – wurden fast alle Häuser weggeschwemmt. Eine Frau hatte gerade ein Dutzend “Razais”, traditionelle Decken, für den kommenden Winter angefertigt. Eine andere erzählt, dass die gesamte Aussteuer für ihre Tochter verloren gegangen ist. In einem Dorf, in dem man trotz der vielen bisherigen Überflutungen doch noch Reis angebaut hatte, ging die ganze Ernte verloren. Diesen Beitrag weiterlesen »

Schlagworte:

Keine Kommentare »

1
Okt

Nordirak: Die Flüchtlingsnot ist riesig groß in Ankawa

Von

Welch ein anderes Bild zeigt sich mir heute in Ankawa, dem Christenviertel von Erbil, der regionalen Hauptstadt von Nordirak. Zuletzt war ich im Februar diesen Jahres dort, um unsere Projekte für die syrischen Flüchtlinge zu besuchen.

Ein Beitrag von MISEREOR-Geschäftsführer Martin Bröckelmann-Simon

Im Flüchtlingscamp in ErbilDamals sagte mir Bischof Warda von der chaldäischen Kirche noch, dass es den Christen in der kurdischen Region des Irak verhältnismäßig gut gehe, ihre Zahl wachse sogar. Gewachsen ist sie in der Tat – nur auf ganz andere Weise, rasend schnell und unter unsäglichen Schrecken, auf der Flucht vor der Barbarei der IS-Terrorgruppe. Diesen Beitrag weiterlesen »

Schlagworte: , , , , ,

Keine Kommentare »

1
Okt

Hungersnot im Südsudan

Von

Drei Fragen zur Lage im Südsudan an Stefan Marx, der als Entwicklungshelfer in den Nuba-Bergen arbeitet:

Wie ist die aktuelle Lage im Südsudan?

Stefan Marx arbeitet als Entwicklungshelfer im Südsudan

Stefan Marx arbeitet als Entwicklungshelfer im Südsudan

Marx: Für die lokale Bevölkerung in den von Kämpfen betroffenen Staaten Jonglei, Upper Nile und Unity ist die Situation bedrückend und bedrohlich, da sie in den kommenden Monaten sicher unter Nahrungsmittelknappheit leiden wird. Das Problem ist, dass sich die am Konflikt beteiligten Politiker noch immer nicht auf eine Lösung des Konflikts einigen können. In Addis Abeba geht nichts voran, das Leid der Zivilbevölkerung wird währenddessen immer größer. Ein weiteres Problem ist, dass die Menschen in den umkämpften Regionen in den letzten Monaten ihre Felder nicht bestellen konnten aus Angst vor den Rebellen und der Armee. Die nächste Möglichkeit, die Felder wieder zu bestellen, ist frühestens im Mai nächsten Jahres. Und diese Periode mit Gütern für die Menschen zu überbrücken, ist eine immense Aufgabe. Die Camps der UN mit Flüchtlingen sind zum Teil mit 25.000 Menschen bis zum Bersten gefüllt. Andere Flüchtlingslager im Norden von Unity State, wo überwiegend Bewohner der Nubaberge aus dem Sudan Zuflucht gesucht haben, beherbergen über 70.000 Menschen, deren Versorgung durch den Konflikt im Südsudan auch gefährdet ist. Diesen Beitrag weiterlesen »

Schlagworte: , , ,

Keine Kommentare »

29
Sep

Tschad: Wie Nachhilfe begeistern kann

Von

Die Sommerferien könnten im Tschad auch “Regenferien” oder “Feldferien” heißen. Die Schulen schließen nämlich, weil die Saison des großen Regens und der Feldarbeit das verlangt.

Die Jugendlichen auf dem Lande helfen ihren Familien dann bei der Landwirtschaft, während das Wetter einen normalen Unterricht nicht länger erlaubt. Mancherorts  fallen die “Klassenzimmer” schlicht zusammen, bestehen viele Schulen doch nur aus grasbedachten, aus Reisig geflochtenen Unterständen. Auch wird der Schulweg, den die Kinder oftmals kilometerweit zu Fuß zurücklegen, während der heftigen Regenfälle zu beschwerlich.

Mit dem Botschafter auf dem Weg ins Innere des Tschad

Herzlich willkommen im 2-Euro-helfen-Projekt "Foi & Joie"

Herzlich willkommen im 2-Euro-helfen-Projekt “Foi & Joie”

Damit die Reise nicht ins Wasser fällt, fuhren wir also noch vor den “Regenferien” nach Mongo, um uns vor Ort über die neuesten Entwicklungen der 2-€-Projekte zu informieren. Unsere Reise ins Innere des Tschads ist diesmal ein besonderer Projektbesuch, da der deutsche Botschafter, Helmut Kulitz, mitfährt. Und diese Tatsache macht sich nicht nur dadurch bemerkbar, dass uns eine militärisch ausgerüstete Polizeitruppe, zum Schutz für alle Fälle, begleitet. Diesen Beitrag weiterlesen »

Schlagworte: , ,

Keine Kommentare »

27
Sep

Irak: Aus einer schwer traumatisierten Gesellschaft entsteht nur neue Gewalt

Von

Salah Ahmad ist Psychotherapeut und in den 80er Jahren nach Deutschland geflüchtet, wo er in Berlin studiert und eine eigene Praxis eröffnet hat. Vor 10 Jahren baute er im nordirakischen Kirkuk das “Kirkuk Center for Torture Victims” auf, das traumatisierten Opfern von Gewalt und Folter, darunter vielen Flüchtlingen psychotherapeutische Hilfe anbietet. Mit Beginn des Syrien-Krieges stieg die Anzahl der Flüchtlinge im Nordirak stetig an. Der aktuelle Vormarsch der IS-Milizen und die darauf folgende Massenflucht von hunderttausenden Irakern hat die Flüchtlings-Situation im Nordirak dramatisch zugespitzt.

Salah Ahmad

Salah Ahmad

Herr Ahmad, momentan pendeln Sie zwischen Berlin und dem Nordirak. Vor zwei Wochen waren Sie im Irak, in zwei Tagen steigen Sie wieder in Frankfurt ins Flugzeug Richtung Erbil. Was erwartet Sie dort?

Ahmad: Sehr viel Arbeit! Sehr viel Leid! An den sieben Standorten unseres Zentrums behandeln wir zurzeit hunderte Flüchtlinge, die schwer traumatisiert sind. Darüber hinaus helfen wir aber auch bei der Versorgung der vielen Flüchtlinge, die von überall her vor den IS Truppen geflohen sind. In Städten wie Dohuk gibt es momentan mehr Flüchtlinge als Einwohner. Meine Mitarbeiter verteilen Wasser, Nahrungsmittel, Kleider, Zelten, Decken, Hygieneartikel, alles, was man zum Überleben braucht. Die Menschen leben, wo es geht, in öffentlichen Gebäuden, vor allem in Schulen. Aber sie kampieren auch auf der Straße, in Bauruinen und Parks und sie haben meist Fürchterliches erlebt. Gott sei Dank sind jetzt auch internationale Hilfsorganisationen vor Ort, die zumindest verhindern, dass es zum Kollaps kommt. Diesen Beitrag weiterlesen »

Schlagworte: , ,

Keine Kommentare »

26
Sep

Alternativer Nobelpreis für Basil Fernando

Von

Polizisten verhaften willkürlich, Beamte foltern Gefangene, Richter verhängen die Todesstrafe: In vielen asiatischen Ländern werden – oft unter dem Vorwand der Terrorismusbekämpfung – die Menschenrechte verletzt.

Die Asian Human Rights Commission (AHRC) setzt sich seit rund 30 Jahren für die Opfer von Folter und Justizwillkür ein, schützt bedrohte Menschenrechtsaktivisten, macht mit Lobby- und Advocacyarbeit auf die Missstände aufmerksam und kämpft für die Reform der Strafrechtssysteme.

Seit 1994 steht Basil Fernando an der Spitze der Menschenrechtsorganisation. Zuerst als Geschäftsführer. Seit vier Jahren ist er “Director of Policy & Programmes”. Für seinen Einsatz erhielt er nun den Right Livelyhood Award – gemeinsam mit Edward Snowden, dem Herausgeber des Guardian, Alan Rusbridger, der Anwältin Asma Jahangir und dem Umweltaktivist Bill McKibben. Diesen Beitrag weiterlesen »

Schlagworte: , , , ,

Keine Kommentare »

26
Sep

Arbeit, Arbeit, Arbeit…

Von

Centro ProDH

Nach fast zwei Monaten kann ich euch nun ein bisschen von der Menschenrechtsorganisation Centro San Miguel Agustín Pro Juárez, abgekürzt Centro ProDH (DH = Derechos Humanos = Menschenrechte), und von meiner Arbeit dort erzählen.

Diesen Beitrag weiterlesen »

Schlagworte: , , , , , , , ,

1 Kommentar »

25
Sep

Gerechtigkeit auf dem indischen Subkontinent – Pirmin Spiegel bei den Misereorfreiwilligen in Indien

Von

Während seiner derzeitigen Indien-Reise nutzt Misereors Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel seine Gespräche mit verschiedenen Partnerinnen und Partnern Misereors auch für eine Stippvisite bei den Misereorfreiwiligen Tristan und Dominik in Neu Delhi. Ausgereist am Abend nach der gewonnenen Fußballweltmeisterschaft, haben sich die beiden jungen deutschen Männer langsam in der indischen Millionenmetropole eingelebt.

Ein Beitrag von Hauptgeschäftsführer Monsignore Pirmin Spiegel und Indien-Referent Anselm Meyer-Antz

Beim Frühstück gaben Tristan und Dominik Pirmin Spiegel und dem MISEREOR-Team einen Einblick in die Kulinaria Indiens: Chapati (flache Brotfladen) und indischer Chai (süßer Tee mit Gewürz)

Die Freiwilligen Tristan und Dominik geben Pirmin Spiegel einen kleinen Einblick in ihren Alltag.

Anschließend drehte sich das ausgedehnte Gespräch um das Erleben junger Deutscher in dieser ganz anderen Welt. Tristan – fußballbegeistert – erzählte von seiner Annäherung an Kricket, den indischen Nationalsport und davon, dass in der dicht besiedelten Stadt nicht nur die Räume für sein Lieblingsspiel, sondern einfach auch die Bälle fehlen. Er arbeitet an einem Contactpoint, eine Anlaufstelle der Partnerorganisation Butterflies. Tag für Tag kommen Kinder zu diesem Contactpoint, die wenig Chancen haben, in die Schule zu gehen. Dort werden sie vertraut mit Bildungsinhalten und den Standards des indischen Bildungssystems. Immer wieder treibt ihn, der in Deutschland Jugendtrainer für Fußball war, die Frage um, wie er die Kinder für “seinen” Sport begeistern könnte. Diesen Beitrag weiterlesen »

Schlagworte: , ,

Keine Kommentare »

24
Sep

“Everyday Rebellion” : David besiegt Goliath

Von

“Wir sind normale Menschen. Wir sind wie du: Menschen, die jeden Morgen aufstehen, um studieren zu gehen, zur Arbeit zu gehen oder einen Job zu finden, Menschen mit Familien und Freunden. Menschen, die jeden Tag hart arbeiten, um denjenigen die uns umgeben eine bessere Zukunft zu bieten.”

Everyday Rebellion: Dokumentation über die jüngsten gewaltfreien Demokratiebewegungen weltweit

Everyday Rebellion: Dokumentation über die jüngsten gewaltfreien Demokratiebewegungen weltweit

Der Film, der den Zuschauer nach einer kurzen Einstiegssequenz in das lautstarke Getümmel der großen Protestbewegungen dieser Welt hineinziehen wird, beginnt mit zaghaftem Flüstern. Eine Stimme aus dem Off raunt eine Passage aus dem Manifest der spanischen “Bewegung des 15. Mai” und untermalt damit die ersten Szenen von “Everyday Rebellion”: Eine alte Frau auf dem Weg zur Straßenbahn, ein Arbeiter auf der Baustelle, ein spielendes Kind. Die Botschaft lautet: Hör jetzt genau hin, denn hier geht es um uns, um unser Leben und unsere Zukunft. Und manchmal kann Widerstand schon mit einer geflüsterten Wahrheit beginnen. Diesen Beitrag weiterlesen »

Schlagworte: ,

Keine Kommentare »

MISEREOR-Blog läuft mit WordPress Beiträge (RSS) und Kommentare (RSS).