21
Jul

Von Notunterkünften zu katastrophenresistenten Häusern

Von

Warum die Arbeit von Nichtregierungsorganisationen so wichtig ist und MISEREOR “Pilothäuser” unterstützt. Ein Interview mit Yolanda Esguerra, Nationalkoordinatorin der philippinischen MISEREOR-Partnerorganisation PMPI.

Zurzeit Leben viele Menschen auf den Philippinen noch in Notunterkünften. Wieso haben sie auch Monate nach dem Taifun noch immer kein neues Zuhause?

Unmittelbar nach dem Taifun: Bilder der großen Zerstörung regten viele zum Spenden an. Monate danach geht es nun um die langfristige Entwicklung vieler Gemeinden.

Unmittelbar nach dem Taifun: Bilder der großen Zerstörung regten viele zum Spenden an. Monate danach geht es nun um die langfristige Entwicklung vieler Gemeinden. Dabei sollten  die Betroffenen selbst die Hauptakteure sein.

Das Hauptproblem besteht darin, dass die lokalen Regierungsvertreter trotz der vorhandenen Spendengelder nicht in der Lage sind, die Gemeinden ausreichend zu unterstützen. Gerade auf kleinen Inseln wie Homonhon und Manikani ist die Unterstützung der Regierung sehr gering. Dort leben die Ärmsten der Armen. Sie haben keinen direkten Zugang zu Gütern und Dienstleistungen, sind von den Ereignissen traumatisiert. Ihnen helfen wir mit den finanziellen Mitteln, die wir von MISEREOR erhalten.

Wieso tut die Regierung nichts?

Es fehlt an den Fähigkeiten. Die staatlichen Hilfs- und Aufbauarbeiten laufen sehr langsam. Korruption ist sehr verbreitet. Diesen Beitrag weiterlesen »

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17
Jul

Traumatherapie für Flüchtlinge – auch via Internet

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Misshandlungen, Entführungen, Folter und Mord: Flüchtlinge aus Krisengebieten wie dem Irak, wo Hundertaussende vor dem Terror der ISIS fliehen, oder aus Bürgerkriegsländern wie Syrien, haben oft Schreckliches gesehen oder erfahren. Wenn sie das Erlebte nicht aus eigener Kraft verarbeiten können, brauchen sie therapeutische Hilfe: Misereor unterstützt deshalb  ein innovatives  Online- Programm in arabischer Sprache und Zentren für Trauma-Arbeit  vor Ort.

Irak

Tausende Flüchtlinge leiden unter posttraumatischen Belastungsstörungen. Das virtuelle Therapiekonzept “Ilajnafsy” kann helfen. Foto: Grossmann

Was tun als Betroffener, wenn kein Therapeut zu erreichen ist, wenn man sich niemandem zeigen möchte, wenn die Sprache versagt, für das, was man gesehen hat, wenn Angst, Trauer und Scham zu groß sind? Das Therapie-Programm “Ilajnafsy” bietet dann die Möglichkeit, über schriftlichen Online-Kontakt Hilfe zu finden und sich einem anderen Menschen zu öffnen: “Es ist ein im arabischen Raum einmaliges Projekt, in dem traumatisierte Flüchtlinge und Opfer von extremer Gewalt und Unterdrückung anonym und geschützt über das Internet Kontakt zu Therapeuten aufnehmen können”, sagt Maria Haarmann, MISEREOR-Expertin für den Nahen Osten. Diesen Beitrag weiterlesen »

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15
Jul

Mut ist, Vertrautes hinter sich zu lassen und offen für Neues zu sein – Mit dem MISEREOR-Freiwilligendienst unterwegs

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In wenigen Tagen ist es soweit: Die Neuen vom MISEREOR-Freiwilligendienst machen sich auf den Weg in ihr Einsatzland. Aber bevor es los geht, verraten sie uns noch schnell, welche 3 Dinge sie auf alle Fälle im Gepäck dabei haben werden, worauf sie sich besonders freuen und was für sie Mut bedeutet.

Teil 1: Kely und Hannah

 

Kely

kelbru mit rahmen 400xkommt aus Köln, ist 22 Jahre alt und wird → bei der Menschenrechtsorganisation Centro Pro in Mexiko-Stadt arbeiten. Das Zentrum bietet u.a. Schulungen und Workshops für Menschenrechtsaktivisten in verschiedenen Regionen Mexikos an, um ihre Arbeit zu stärken und zu unterstützten. Auf Initiative des Zentrums werden auch immer wieder politisch Gefangene befreit.

Ich mache beim MISEREOR-Freiwilligendienst mit, weil…

… er mir ermöglicht, meine theoretischen Erfahrungen des Studiums in die Praxis umzusetzen, sowie eine Zeit lang in einem lateinamerikanischen Land zu verbringen und weil die Betreuung einfach die Beste ist ;)

Drei Dinge, die in meinem Gepäck sein werden…

… Buch “Mexiko” (Kulturschock-Reihe), meinen Laptop (damit ich natürlich erfolgreich bloggen kann ;), ganz viel Vorfreude!

…und drei Dinge, die ich nur ungern zurücklasse…

… Köln, Freunde :( , meine anderen Bücher.

Wenn ich an meine Ausreise denke, dann freue ich mich ganz besonders auf…

… die Arbeit, die Menschen und das Nachtleben.

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12
Jul

Brasilien: Energie – für was? Für wen? Wie?

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Hell erleuchtete Stadien, nahtlose Übertragung der Fußballspiele. So ist man das gewohnt von einer WM. Doch einige Wochen vor Beginn der Weltmeisterschaft sah es im Austragungsland Brasilien noch ganz anders aus: Bis zu zwei Stunden waren 6 Millionen Menschen weg vom Netz. Und das ist nichts Ungewöhnliches in Brasilien.

Ein Beitrag von Ina Kraft

Flyer des thematischen Sozialforums FTS-Energie

Das Sozialforum bietet Raum für eine breite und offene Diskussion – auch für Minderheiten.

Energie. Für was? Für wen? Wie? – das sind die Leitfragen, die sich das thematische Sozialforum stellt, das vom 7.-10. August in Brasília stattfindet. Misereor nutzt diese Gelegenheit, um dort mit lokalen Partnerorganisationen in einen Dialog zu treten.

Auch wenn bei der WM alles glatt ging – nicht zuletzt vielleicht auch deshalb, weil die Fifa mit Generatoren vorgesorgt hatte – ist das nicht selbstverständlich im größten Land Lateinamerikas. Das wackelige Stromnetz ist das wohl schwerwiegendste Problem im Bereich der Infrastruktur. Zuletzt musste im Jahr 2001 der Strom drastisch rationiert werden und es kam reihum zur zeitlich begrenzten Abschaltung, um den Verbrauch um 20 Prozent einzuschränken.
Und auch andere lateinamerikanische Staaten haben Probleme, gerade auch die ländliche Bevölkerung mit Energie zu versorgen. Gleichzeitig steigt im Zuge der Klimadebatte der Anspruch auf nachhaltige, umweltverträgliche Energie-gewinnung, die aber auch sozial verträglich sein muss. Gerade hier tun sich viele lateinamerikanische Staaten schwer, allen Ansprüchen gerecht zu werden, um nicht auf Kosten von Minderheiten oder der Umwelt die Energiegewinnung voranzutreiben. Diesen Beitrag weiterlesen »

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11
Jul

Genug ist genug – Völkerrecht und Naher Osten

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Die Bilder wiederholen sich. Die Gewalt im Nahen Osten erreicht erneut einen Höhepunkt. Seit der Jahrtausendwende folgten aufeinander blutige Auseinandersetzungen wie die Zweite Intifada, der Libanonkrieg im Jahr 2006, der Gazakrieg Weihnachten 2008, der Gazakrieg im November 2012 und nun, keine zwei Jahre später, die militärische Eskalation um den Gazastreifen. Der schreckliche Tod der drei israelischen Jugendlichen und der grausame Tod des palästinensischen Jungen sind für die erneute Eskalation der Gewalt der Funke, der die Lunte am Pulverfass zum Brennen bringt. Eine Lunte die seit Jahrzehnten einsatzbereit gehalten wird: durch politisch, nationalistisch oder religiös motivierte Fanatiker; durch eine – wenn auch unterschiedlich ausgeprägte – militärische Aufrüstung; durch den Irrglauben, dass mit Separation und Gewalt Sicherheit, Recht und ein dauerhafter Friede geschaffen werden könnten; durch die permanente Verletzung von Menschenrechten und Völkerrecht. Diesen Beitrag weiterlesen »

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9
Jul

Agel Ring Machar: Der Südsudan wird die Gewalt überwinden

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Agel Ring Machar © von Schroeder/Perfect Shot Films

Agel Ring Machar ist Protagonist des Films “Wir waren Rebellen” © von Schroeder/Perfect Shot Films

Am 9. Juli 2011 wurde der Südsudan unabhängig. Agel Ring Machar, Kindersoldat, ehemaliger Kapitän der ersten südsudanesischen Basketball-Nationalmannschaft und Protagonist der Doku “Wir waren Rebellen” war zur Berliner Premiere des Films angereist. Im Interview spricht er über die aktuelle Lage und die Zukunft seines Landes.

Wie war es für Sie, den Film in einem deutschen Kino zu sehen?
Es war wunderschön. Die Geschichte meines Landes, die Herausforderungen und Anstrengungen einem internationalen Publikum zeigen zu können, ist eine große Chance. Die beiden Filmemacher haben tolle Arbeit geleistet und sehr gute Botschaften ausgesandt. Diesen Beitrag weiterlesen »

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7
Jul

No singing in the rain – Warten auf den Monsun in Mumbai

Von

Meine Kollegen hatten mich gewarnt: im Juni, nach Indien? Dann würde ich genau während des Monsuns dort ankommen!  Man muss kein Meteorologe sein, um zu wissen was das bedeutet. Bilder von Südasien zur Regenzeit kennt jeder – Wolkenbrüche, überflutete Straßen und Menschen, die durch knietiefes Wasser stapfen, um zur Arbeit zu kommen. Den letzten Samstag vor meiner Ausreise verbrachte ich also damit, mir adäquate Regenbekleidung zu besorgen – im Wesentlichen ein übergroßer Poncho: ob das reichen würde?

Wolken über der Bucht von Mumbai am Abend

Wolken über der Bucht von Mumbai am Abend

Vor etwa zwei Wochen bin ich in Mumbai angekommen und seitdem trage ich meinen Poncho nun immer bei mir. Morgens auf dem Weg ins Büro, und abends auf dem Rückweg genauso – allerdings bisher vollkommen umsonst. Vom legendären Dauerregen des Monsuns ist nämlich nichts zu sehen. An den Abenden bauen sich zwar immer mal wieder verheißungsvolle Wolken über der Bucht vor Mumbai auf, aber dann ziehen sie in der Regel doch unverrichteter Dinge weiter. Dies ist sicher eine der Erfahrungen, die jeder Indienreisende bestätigen kann: egal wie gut man versucht, sich vorzubereiten, der Subkontinent findet einen Weg diese Pläne zu durchkreuzen oder zumindest zu verzögern.
Was für mich eine weitere Anekdote über die grundsätzliche Unmöglichkeit ist, sich auf ein Land wie Indien einzustellen, entwickelt sich für die Menschen hier zu einem echten Problem. Der indische Monsun ist eines der stabilsten Klimaphänomene unseres Planeten und im Normalfall lässt sich ziemlich genau vorhersagen, wann der Regen welche Region von Indien erreichen wird. Genauso sicher lässt sich nun allerdings auch vorhersagen, um wie viele Tage sich der Monsun schon verspätet. Schon jetzt fehlen 42% der üblichen Regenmengen, die zu diesem Zeitpunkt hätten fallen sollen. Diesen Beitrag weiterlesen »

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4
Jul

Der Film “Watermark” – Wasser ist Leben

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Der bildgewaltige Dokumentarfilm „Watermark” ist eine Hommage an die schöpferische Kraft des Wassers und übt gleichzeitig subtile Kritik an unserem Umgang mit dem wohl erstaunlichsten Element dieser Erde. 

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Rauschend, gurgelnd, gluckernd und mit ohrenbetäubendem Lärm prasseln in Gischt zerstäubte Wassermassen auf den Zuschauer vor der Leinwand ein. Durch die geöffneten Tore der Xiolangdi-Talsperre in der chinesischen Provinz Henan bahnt sich das Wasser unaufhaltsam seinen Weg in den “Gelben Fluss”. Schnitt: Die kaputte Flusslandschaft des Colorado-Deltas im Norden Mexikos. Ein paar verkümmerte Flussadern zerfurchen in filigranen Verästelungen die trockene Wüstenerde. Eine Indígena, die ihren Blick stirnrunzelnd über die Gräben schweifen lässt, sagt: “Vor langer Zeit war der Fluss wunderschön.” Auf lautstarkes Naturgeschehen folgt die bedrückende Stille einer toten Landschaft. Diesen Beitrag weiterlesen »

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2
Jul

Milch reist nicht gern, Milchbauern aus Burkina Faso schon – Unterwegs im Allgäu und in der Eifel

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Ein Erfahrungsbericht von Kerstin Lanje und Wilhelm Thees

Fünf Tage sind wir unterwegs mit unseren Gästen aus Burkina Faso, René Millogo von der Pastoralistenorganisation Pasmep, eine Initiative zur Unterstützung der Hirten in Burkina Faso, und Adam Diallo, der Präsident der 42 Kleinstmolkereien in Burkina Faso (Burkina Lait). Im Allgäu haben wir die Gelegenheit, fünf Höfe unterschiedlicher Größe zu sehen, deren Besitzer alle dem Bundesverband Deutscher Milchviehhalter angehören. Und auch in der Eifel besuchen wir einen kleinen und zwei größere Betriebe.

René MillogoMillogo von der Pastoralistenorganisation Pasmep Pasmep, eine Initiative zur Unterstützung der Pastoralisten in Burkina Faso, welche die Viehhirten der Peul unterstützt, und Adam Diallo, der Präsident der 42 Kleinstmolkereien in Burkina Faso (Burkina Lait) zu Besuch im Allgäu.

René MillogoMillogo von der Pastoralistenorganisation Pasmep Pasmep, eine Initiative zur Unterstützung der Pastoralisten in Burkina Faso, welche die Viehhirten der Peul unterstützt, und Adam Diallo, der Präsident der 42 Kleinstmolkereien in Burkina Faso (Burkina Lait) zu Besuch im Allgäu.

Hinzu kommen noch die Molkerei Edelweiß im Allgäu, bekannt durch die Frischkäsemarken Bresso und Brunch, und die Schlachterei der Schwäbisch Hallischen Erzeugergemeinschaft. Auf zwei größeren Veranstaltungen besteht zudem für Interessierte die Gelegenheit, mehr über die Situation in Burkina Faso zu hören, sich auszutauschen und vielleicht sogar gemeinsame Lösungsansätze zu finden. Diesen Beitrag weiterlesen »

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1
Jul

Weltmeister Brasilien?!

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“All in one rhythm” ist das Motto der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien. Doch wer tanzt voraus? Wer fällt zurück? Und wer gibt den Takt an? – das diskutierten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen der diesjährigen MISEREOR-Jahrestagung.

Brasilien: All in one rhythm? MISEREOR-Jahrestagung zur Fußball-WM. Auf dem Podium: Thomas Fatheuer, Astrid Skala-Kohmann, Peter Schönhöffer, Uta Grunert und Pirmin Spiegel.

Brasilien: All in one rhythm? MISEREOR-Jahrestagung zur Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien.

“Fußball ist Teil des Lebens in Brasilien – egal ob der Ball aus Bananenblättern oder Leder besteht”, erklärt MISEREOR Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel. “Es ist ein Zauber, dem auch ich schon erlegen bin auf den Plätzen neben Hühnern und Eseln”, erzählt Spiegel, der insgesamt 14 Jahre in Brasilien lebte und arbeitete. “Doch für die WM sind Stadien für über zwei Milliarden Euro gebaut worden während im Krankenhaus um die Ecke die Betten fehlen!” Die Liebe zum Fußball sei geblieben, so Spiegel, aber der FIFA-Fußball stehe für ein anderes System. Dem gelte es ein Stoppschild zu zeigen. Diesen Beitrag weiterlesen »

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