30
Jan

Pamona Müllhalde in Harare

Von Volker Riehl

Auf der Pamona Müllhalde in Harare wird Weichplastik gebündelt.

Auf der Pamona Müllhalde in Harare wird Weichplastik gebündelt.

Pamona Müllhalde in Harare, eine von fünf Müllabladeplätzen. Auf der Müllhalde arbeiten 500 Menschen, 300 leben auch auf dem Platz. Sie bewohnen kleine, aus sauberem Müll gebaute Hütten.

Wegen des Hygieneproblems und Krankheitrisikos wird klar getrennt zwischen ‘wet areas’ (darunter versteht man frischen, feuchten Hausmüll, und ‘dry areas’, d.h. Plätze, die für Siedlungen auf der Müllkippe besser geeignet sind.

Recycling findet in der Regel nicht vor der Lagerung, sondern auf der Müllhalde statt. Hier wird alles gesammelt, gereinigt und verkauft, was sich wiederverwerten und verkaufen lässt. Auf dem Foto wird gerade Weichplastik gebündelt.

Das Recycling-Projekt beinhaltet nicht nur Wiederverwertung.

Das Recycling-Projekt beinhaltet nicht nur Wiederverwertung.

Misereor unterstützt ein Recycling-Projekt in Harare. Die Projektidee ist die Wiederverwertung von Müll gekoppelt mit einer Verbesserung von Hygiene- und Gesundheitsstandards. So entsteht eine Verwertungsschiene, die nicht nur die ökologische Situation verbessert, sondern auch zur Verbesserung der Lebenssituation beiträgt.

Flankiert und begleitet wird das Projekt auch von medizinischem Personal. Menschen, die am Rande der Gesellschaft leben, soll so nachhaltig ein Stück weit die Würde wieder zurückgegeben werden.

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24
Jan

Bundesverband Bioenergie sieht Biodieselimporte gefährdet – Gut so!

Von Anika Schroeder

Bioenergie war im letzten Jahr in aller Munde. E10, ein Kraftstoff mit einem gewissen Anteil an Ethanol aus Biomasse (v.a. Zuckerrohr) kam an die Tankstelle. Der Verbraucher nahm ihn nicht an und Bundesregierung und Tankstellen schoben sich gegenseitig den schwarzen Peter zu.

Ölpalmen - Das grüne Gold für die Einen, Vertreibung für die Anderen

Ölpalmen - Das grüne Gold für die Einen, Vertreibung für die Anderen

Heute und morgen richten  der Bundesverband Bioenergie (BBE) mit der Union zur Förderung von Öl und Proteinpflanzen (UFOP) den neunten „Internationalen Fachkongress für Biokraftstoffe“ aus. Eines wird deutlich:

Die Branche steht unter Druck… Gut so, denn der rasante Boom, Äcker und Wald in Treibstofffelder umzuwandeln, führt zu Vertreibung von Kleinbauern, Verarmung und Hunger in Entwicklungsländern.

Wenn Energie Hunger macht

Rückblick auf meine Indonesienreisen im September: Dort sah ich den Wald vor lauter Palmen nicht. Stunde um Stunde, Tag um Tag  sahen wir Ölpalmplantagen. Grausig, vor allem weil ich nicht die Augen davor verschließen konnte, dass hier einst Menschen vom Wald oder von ihren Feldern lebten. Am meisten berühren mich nach wie vor die Zelte auf einer Plantage – was sag ich – winzige Planen gaben dort einigen Indigenen Schutz. Sie besetzen seit bald zwei Jahrzehnten ihr Land, das ein Palmölkonzern ihnen genommen hat – bisher ergebnislos.

Die Menschen wurden Opfer von Landraub -  unter dem englischen Wort „Landgrabbing“ derzeit Thema auf allen großen Konferenzen. Landraub für Agrosprit (aber auch für Futtermittelanbau sowie Nahrungsmittelanbau) nimmt weltweit zu. Grund sind ungeklärte und nicht verbriefte Landnutzungsrechte oder gar Landrechtstitel der Landbevölkerung in fast allen tropischen Entwicklungsländern. Regierungen verschleudern bewohntes Land an Investoren, die einfach alles platt machen, was sich ihrer Plantage in den Weg stellt – auch wenn sie – wie die Zeltbewohner, seit Jahrtausenden das Land bewohnen.

Nachhaltigkeit von Biokraftstoffen

Zwar geschieht das Ganze unter dem Mäntelchen des Klimaschutzes. Aber: Der Klimanutzen von Diesel aus Palmöl ist nicht nachgewiesen. Ganz im Gegenteil: Häufig ist die Bilanz extrem negativ, da Wälder gerodet oder gar Moore trocken gelegt werden, deren Böden besonders viele Treibhausgase einlagern. In der EU muss Sprit und Diesel nach einer Beimischungsquote mit Ethanol oder Biodiesel vermischt werden. Es werden nur Biokraftstoffe auf die Quote angerechnet, die „nachhaltig“ erzeugt worden sind. Soziale Kriterien spielen dabei aber erschreckenderweise keine Rolle!

Immerhin: Die schlechte Klimabilanz könnte nun den Import von Biodiesel aus Indonesien und anderen Ländern uninteressant machen. Bisher darf nichts auf die Quote angerechnet werden, wenn dafür Wald gerodet wurde oder die Klimabilanz zu schlecht ist (ich glaub noch nicht, dass dies wirklich auszuschließen ist…). Was bisher nicht erfasst wird ist das, was wir in Brasilien beobachten: Zuckerrohr verdrängt Nahrungs- und Futtermittelanbau sowie die Viehzucht in andere Regionen, wo diese dann Wald zerstört und Menschen vertreibt.

Das soll sich ändern – unter dem Stichwort „indirekte Landnutzungsänderungen“ oder  ILUC (für Indirect Land Use Change). Bei zu schlechter Klimabilanz würde der Verkauf von Ethanol und Biodiesel in die EU uninteressant. Das hat auch Herr Kliem von der Union zur Förderung von Öl und Proteinpflanzen UFOP bemerkt. Laut klimaretter.info sagte er: “Dies wäre das Ende von Biodiesel in der EU.“ Das Erneuerbare Energien-Ziel für den Verkehrssektor sei dann nicht mehr zu halten.

Das mag stimmen. Aber ein Gesetz lässt sich ändern und durch sinnvollere Klimaschutzmaßnahmen ersetzen – oder etwa nicht?!

BBE in der Defensive: Wo bleibt Unterstützung aus der Politik?

Herr Kliem spricht vor mehr als 500 Teilnehmern aus 26 Ländern. 400 bis 650 Euro zahlen die Teilnehmer. Zudem wurden „Gold- und Silberpartner“ (Evonik und BP), „Mitveranstalter und Förderer“ gefunden, welche das Event finanziell und ideell unterstützen. Medienpartner vervollständigen das Bild – Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit wie es im Lehrbuch steht. Unter den Förderern ist auch das Bundeministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz – ob ideell oder finanziell kann ich leider nicht erkennen..

Auf deren Webseite finde ich den Hinweis auf den Internationalen Agrarministergipfel in Berlin, auf dem sich grad erst über 60 Staaten zum entschlossenen Kampf gegen den Hunger bekannt haben. Neben sehr guten Passagen zur Stärkung der Bauern und ihrer Rechte und mit Verweis auf die Gefahren von Agrartreibstoffproduktion kommt leider auch dieses: Landraub soll allein durch freiwillige Maßnahmen der Investoren und Regierungen begrenzt werden. Zumindest werden keine anderen Maßnahmen benannt.

Dieses reine Fordern der Freiwilligkeit macht deutlich, dass der Import von Biodiesel aus Ländern wie Indonesien im Namen des Klimaschutzes einfach ausgeschlossen gehört.

„Helmut Lamp“ vom Bundesverband Bioenergie BBE kritisiert laut klimaretter.info die Bundesregierung für ihr Stillhalten nach den E10-Protesten. Er fordert mehr Unterstützung für die Branche ein. Er adressiert die Kanzlerin direkt: Die Kanzlerin solle pfeifen, nicht nur die Lippen spitzen.

Fast Ihrer Meinung Herr Lamp. Allerdings sollte die Bundeskanzlerin die Lobbyverbände „zurück- pfeiffen“ und eine sinnvolle Klimaschutzpolitik stärken, die ein würdevolles Leben für alle auf diesem Planeten ermöglicht.

Nach jetzigen Erkenntnissen wird Bioenergie dabei eine wichtige Rolle zu spielen haben, nicht aber im Verkehrsbereich!

Tank oder Teller bewegt die Gemüter in Deutschland. Auch Ihres?

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19
Jan

Weihnachten, u.a. in Sambia

Von Martin Gottsacker

St.Martin in Sambia

St.Martin in Sambia

Wenn man für eine längere Zeit im Ausland lebt, versucht man, deutsche Traditionen und Gebräuche besonders aufgrund der Kinder aufrecht zu erhalten. Weihnachten ist zwar nun schon wieder einige Wochen her, aber ich möchte trotzdem noch unsere Erfahrungen und Erlebnisse teilen.

Weihnachten bei über 30 Grad. Da kommt nicht wirklich eine weihnachtliche Stimmung auf. Daran konnten auch die Weihnachtslieder im Supermarkt, Weihnachtsschmuck oder unser herrlich geschmückter Plastik-Weihnachtsbaum nicht viel ändern. Trotzdem haben wir das Beste daraus gemacht und besonders unserer Tochter versucht, Weihnachten näher zu bringen.

Einen großen Anteil daran hatten Freunde von uns, die für einige deutsche Familien eine Weihnachtsandacht abhielten. So versammelten sich am 24. rund 15 Erwachsene und genau so viele Kinder jeglichen Alters, um Weihnachten zu begehen. Es wurde die Weihnachtsgeschichte gelesen, mit musikalischer Begleitung Weihnachtslieder gesungen und zum Schluss bauten die Kinder die Krippe auf. Der Tag schloss mit original deutschem Weihnachtsstollen und Gebäck.

St.Martinsumzug mit Laternen im Herzen Afrikas

St.Martinsumzug mit Laternen im Herzen Afrikas

Ein weitere Aktion war St. Martin. Einige deutsche Botschaften in afrikanischen Ländern organisieren für die deutschen Kinder einen Martinsumzug. In Sambia war das 2011 leider nicht der Fall. So nahmen wir das Ganze selber in die Hand. Diesen Beitrag weiterlesen »

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13
Jan

Historischer Waffenstillstand in Myanmar

Von Laura

Es war einer der am längsten andauernden Konflikte unserer Zeit. Ethnische Minderheiten im Osten Myanmars wurden von der Militärdiktatur verfolgt und setzten sich zur Wehr. Die wichtigste und größte dieser Gruppe waren die Karen. Gestern haben ihre politischen Vertreter mit Myanmars Regierung einen Waffenstillstand unterzeichnet. Dieses Ereignis ist historisch und könnte das Leiden von Millionen Menschen beenden.

Während meines Aufenthaltes hier ändert sich viel in Myanmar, das hier immernoch stets Burma genannt wird. Die Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi ist frei, ihre Partei wieder zugelassen. Es werden einige politische Gefangene aus der Haft entlassen, es darf wieder eingeschränkt demonstriert werden. Menschen beginnen, offener über Politik zu reden. Dass jetzt sogar ein Friedenspakt mit den seit Jahrzehnten bekämpften ethnischen Minderheiten geschlossen wird, bewerten auch viele Medien als überraschend. Diesen Beitrag weiterlesen »

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12
Jan

Peking-Marathon: Tausend ungewöhnliche Schritte

Von Gast

China ist ein sogenanntes “Schwellenland”. Es gibt dort genug Geld und viele reiche Chinesinnen und Chinesen. Doch  wie stellt man es an, dass die Ärmsten der Armen, alte und behinderte Menschen auf dem Land, ein bisschen mehr davon abbekommen? Über einen ungewöhnlichen Schritt – oder besser gesagt tausende ungewöhnliche Schritte – auf dem weiten Weg zu einer gerechteren Verteilung in China bereichtet Gast-Autor Wolf Kantelhardt aus Peking.

Beim Peking-Marathon: Die jungen Nonnen sammeln Geld für soziale Arbeit.

Beim Peking-Marathon: Junge Nonnen sammeln Geld für soziale Arbeit.

Der Beifall ist nicht sehr laut. Das war aber auch nicht anders zu erwarten. Die 52 katholischen Schwestern aus sechs chinesischen Diözesen sind alle sehr müde. Der irische Priester Joseph Loftus dagegen wirkt energiegeladen. Gerade hat er angekündigt, nächstes Jahr die ganze Strecke des Peking-Marathon zu laufen. Vom Platz des Himmlischen Friedens bis zum „Vogelnest“, dem Pekinger Olympiastadion. Unter einer Bedingung: Wenn von den Schwestern nicht nur sechs wie dieses Jahr, sondern mindestens 20 auch die ganzen 42 Kilometer laufen.

Ihre jeweiligen Strecken zu laufen war für die Schwestern das kleinere Problem. Viele von ihnen machen täglich weite Fussmärsche zu alleinstehenden Alten in entlegenen Bergdörfern.

Nach 42 km am Ziel: Viele Schwestern machen täglich weite Fußmärsche, um alleinstehende alte Menschen zu versorgen.

Nach 42 km am Ziel: Viele Schwestern machen täglich weite Fußmärsche, um alleinstehende alte Menschen zu versorgen.

Weil die Altersversorgung auf dem Land bis heute vollständig an den Söhnen hängt, sind die, die wegen Armut, oder nach der kommunistischen Machtübernahme als Familienangehörige eines Grossgrundbesitzers, nicht heiraten konnten und keinen Sohn haben, jetzt im Alter ganz auf sich allein gestellt.

In manchen Regionen gibt es für alleinstehende Alte ein Wohlfahrtsgeld, in anderen nicht. Aber selbst wenn Wohlfahrtsgeld gezahlt wird, überschreitet es selten 50 Yuan [umgerechnet 6,10 Euro] im Monat. Die Schwestern besuchen die Alten zu Hause, bringen Reis, Eier und Speiseöl mit, waschen Kleidung und Bettdecken.

Und wenn sie dann noch ab und zu den Weg zwischen zwei Sonntagsmessen rennend statt im Überlandbus zurücklegen, sind sie fit genug.

Schwieriger war es, Fr. Loftus davon zu überzeugen, ihr „Sozialprojekt“ zu akzeptieren: Dazu gehörte ein wohlformulierter Antrag und ein vernünftiges Budget. Und dazu gehörte, 40 Prozent der benötigten Projektgelder „lokal“, in China, zu aquirieren.

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9
Jan

Geschichten, die berühren

Von Lea

Ich sitze im Daladala nach Posta. Einen Platz am Fenster habe ich mir ergattert, denn die Hitze ist enorm und die Feuchtigkeit drückend. Der Fahrtwind bringt wenigstens etwas Abkühlung.
Während das Daladala die etwa 40minütige Fahrt aufnimmt, schaue ich aus dem Fenster und lasse das laute und bunte Stadtleben Dar es Salaams an mir vorbeifliegen.

Jedes Mal bewundere ich die fleißigen Arbeiter, die auch vor der starken Sonne keine Mühe scheuen, um ihre Waren entweder auf den chinesischen Dreirad-Fahrrädern, Schubkarren oder auf dem eigenen Kopf zu transportieren.

Den ersten größeren Verkehrsstop gibt es um den Busterminal in Ubungo. Diesen Beitrag weiterlesen »

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8
Jan

Ein Wintermorgen

Von Laura

Man sollte es kaum glauben, aber es ist inzwischen kalt in Thailand. Weit entfernt vom Gefrierpunkt und doch eine Herausforderung ohne Heizungen und dickes Federbett.

Ich erwache und kann mich kaum bewegen. Wir schlafen auf einer Decke, auf dem Boden. Meine Kollegin, die mit mir unter einem Moskitonetz liegt, dreht sich noch mal um. Es ist schon fast, wie neben seiner Schwester aufzuwachen. Ich kann die Jungs hören, sie sind schon auf dem Beinen. Langsam setze ich mich auf. Ich muss warten, bis das Bad frei ist, dass wir uns zu acht teilen. Endlich kann ich rein und dusche mich, indem ich mit der Plastikschüssel immer wieder eiskaltes Wasser über mich kippe, einfach in den Raum hinein. Ich vermeide es nach oben zu sehen, ich weiß, dort sitzen riesige Spinnen. Wenig später bin ich im großen Auto, hinten, neben drei anderen Kollegen. Sangkhlaburi ist schon längst erwacht. Diesen Beitrag weiterlesen »

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16
Dez

Klappe die Zweite…

Von Carla

…nach unserer ersten Aktion mit den Kindern des Spring of Hope Kinderheimes, welche darin bestand mit ihnen steckbriefartige Blumen zu basteln, setzten wir letzte Woche unser zweites Vorhaben um. Gemeinsam mit den 20 hier lebenden Kindern haben wir ein deutsches Essen zubereitet. Doch bevor wir zur eigentlichen Tat schreiten konnten, galt es zunächst folgende Fragen zu klären: Was ist denn überhaupt eine typisch deutsche Speise? Welche Zutaten dafür sind hier in Tansania zu bekommen? Und besonders – was könnte unseren Kindern, die sich hauptsächlich von Reis und Ugali (Maisbrei) ernähren, wohl schmecken?

Gemeinsam kochen: Welche Zutaten sind in Tansania zu bekommen?

Gemeinsam kochen: Welche Zutaten sind in Tansania zu bekommen?

Wir fingen also an, in Erinnerungen an Zuhause zu schwelgen, was es dort stets für gutes Essen gab bzw. gibt! Als wir nach unseren gedanklichen Ausflügen wieder auf dem Boden der Tatsachen gelandet waren, entschieden wir uns für Röstkartoffeln mit Cremespinat und Spiegelei! Es sei dahingestellt, ob diese Speise „typisch deutsch“ ist – doch bei unserer Auswahl standen die oben genannten Aspekte einfach im Vordergrund.

Zunächst hieß es, wir könnten das Essen gemeinsam mit den Kindern in der Küche der Schwestern zubereiten, denn dort gibt es einen Gasherd und diese Kochweise hätten wir bevorzugt. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt! Plötzlich hieß es: „Die Küche ist heute Abend leider schon besetzt, es sind Schwestern aus Sambia angekommen, die wir verpflegen müssen“! Mmhh okay! So sind wir dann auf die Küche des Kinderheimes ausgewichen – zwar ohne Gasherd aber dafür mit offenem Feuer und Holzkohle! :)

Und so legten wir letztendlich los: Angefangen haben wir damit, den Spinat zu schneiden und zu waschen. Dabei wurde jede Hand gebraucht, denn für 20 Kinder benötigt man schon einen kleinen Kilimanjaro an Spinat! Diesen Beitrag weiterlesen »

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12
Dez

Zurück im Büro – Zurück nach Durban

Von Anika Schroeder

Ein kurzer Zwischenstopp im Büro, um Bilanz zu ziehen. Chaos im Kopf. Chaos im Büro: Unsere Koffer offen, alle Ausleihgeräte – Kameras, Diktiergerät, Drucker – an einem Platz versammelt. Chaos im Kopf ordnet sich nach und nach entsprechend der Erinnerungen an zwei lange Nächte in Durban.

Durban steht Kopf: Für ein paar Minuten war das Logo falsch herum an die Wand geworfen. Bild: Schwabe

Durban steht Kopf: Für ein paar Minuten war das Logo falsch herum an die Wand geworfen. Bild: Schwabe

Samstag Abend, irgendwann. Die Zeit verschwimmt. Die Präsidentin der Verhandlungen, die südafrikanische Außenministerin Nkoana-Mashabane, appelliert an die Verhandler, die langen Verhandlungen zu einem guten Ende zu führen. Man solle nicht resignieren. Nicht vergessen, dass bereits Erfolge erzielt worden seien. Daran anknüpfen!
Sie nennt Elemente des bereits erzielten Erfolges: Anpassungspläne und den Beschluss, die Technologie CCS in den CDM aufzunehmen.
Ohne das ganze genau zu erklären: CCS in CDM bedeutet konkret, dass RWE nun in China dafür Sorge tragen kann, dass Kohlenstoffdioxid aus den Abgasen eines Kohlekraftwerkes herausgelöst und unter die Erde gebracht wird. Die Menge CO2, die unter der Erde liegen wird, kann sich RWE dann auf den heimischen Klimaschutz anrechnen lassen. Ein Graus! Nicht nur, dass CCS noch nicht funktioniert und Risiken noch völlig offen sind. Ohnehin ist der CDM sehr umstritten (siehe Beitrag von Nicole Piepenbrink hier)

Die Haare stehen mir zu Berge: Es scheint, dass Erfolg immer dann vorliegt, wenn es zu einer Einigung kommt. Meine Definition von Erfolgt ist jedoch: Erfolg ist, wenn eine Entscheidung getroffen wird, die gut ist. Wahrscheinlich liegt deshalb meine Wertung des Gipfels so weit entfernt von der Einschätzung anderer, zum Beispiel von der Einschätzung des Umweltministers Norbert Röttgen.

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10
Dez

Kennedy Road

Von Anika Schroeder

Zum Glück bin ich nicht alleine in Südafrika. Eva Hörle begleitet mich. Während am Freitag das Ringen um einen Kompromiss richtig losging, nutzte sie die Möglichkeit für einen Besuch der Organisation Abahlali baseMjondole (The South African Shack Dwellers Movement). Der erste Kontakt mit Menschen in einem „Elendsviertel“ – oder politisch korrekt  gesprochen: einer informellen Siedlung. Hier beschreibt sie das andere Durban – nur einige Kilometer des Konferenzgebäudes entfernt.

Das andere Gesicht Durbans: Die Kennedy Road.

Das andere Gesicht Durbans: Die Kennedy Road.

Heute konnte ich ein anderes Gesicht Südafrikas kennenlernen. 20 Minuten Autofahrt vom Meer, wo Touristen entlang der blitzblanken Strandpromenade spazieren und den Sommer genießen. Wo es ein Kinderparadies von bunten Karussellen und Schwimmbädern gibt und wo die Klima-Leute mit ihren blauen Halsbändchen in ihren Hotels ein und ausgehen. 20 Minuten Autofahrt entfernt, glaubt man in einer anderen Welt zu sein: Im Stadtteil Kennedy Road.
Ich stehe plötzlich in einer Welt voller Müll, Gestank, Armut.  Abgeschieden und abgehängt vom Rest der Stadt. Dem “Rest” ist gut. Insgesamt leben in Durban 3 Millionen Einwohnern – 800.000 von ihnen in solchen informellen Siedlungen. Hier kann man die Marginalisierung dieser ‚shack dwellers‘ regelrecht spüren, riechen, sehen. Diesen Beitrag weiterlesen »

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