MISEREOR ist Mitträger der Kampagne „Steuer gegen Armut“, denn die Finanzkrise hat deutlich gemacht, dass die globale Finanzarchitektur sich in einer bedrohlichen Schieflage befindet.
Gigantische Profite im Finanzsektor, die das Wachstum der Realwirtschaft um ein Mehrfaches übersteigen, auf der einen Seite – ökonomische Schäden und öffentliche Rettungsprogramme, die normale Bürger im In- und Ausland auf Jahre, wenn nicht Jahrzehnte, belasten, auf der anderen Seite: Das eklatante Missverhältnis von Gewinn und Risiko, von Nutzen und Lasten gefährdet nicht nur die Stabilität der Finanzmärkte - es gefährdet auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die politische Stabilität.
Finanztransaktionssteuern können ein wichtiges Element eines neuen Ordnungsrahmens für die globalisierte Finanzwirtschaft sein. Sie sind kein Allheilmittel, aber eine wirksame und anwendbare Medizin nicht nur gegen Symptome sondern auch gegen Ursachen der aktuellen Schieflage.
Finanztransaktionssteuern können
Entwicklungspolitisch sind solche Steuern schon lange ein Thema. In Zusammenarbeit mit anderen Nichtregierungsorganisationen und mit den kirchlichen Schwesterwerken im internationalen CIDSE-Netzwerk setzt sich MISEREOR deshalb seit mehr als zehn Jahren für die Einführung von Finanztransaktionssteuern ein.