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Biopiraterie bei Tomaten

Biopiraterie: die Schrumpeltomate

Auf die Züchtung von Schrumpeltomaten ist ein im November 2003 ein Patent erteilt worden (EP 1211926). Es beschreibt die Kreuzung von gewöhnlichen Tomaten (Lycopersicon esculentum) mit wilden Tomaten. Das Ergebnis, das durch Auslese von Früchten mit reduziertem Wassergehalt erreicht wird soll besonders für Ketchup und Soßen nützlich sein. Die in dem Patent beschriebenen Schritte sind gängige Züchtungsmethoden.

Denn auf im wesentlichen biologische Verfahren zur Züchtung von Pflanzen darf laut dem Europäischen Patentrecht kein Patent erteilt werden.

Eine Erfindung enthält das Patent nicht. Dafür sind die weitreichenden Ansprüche aber Biopiraterie. So sind alle wilden Tomaten von dem Patent umfasst, die mit handelsüblichen Tomaten gekreuzt werden und zu Früchten mit einer verringertem Wassergehalt führen. Dieser umfassende Patentschutz schränkt viele Menschen in Entwicklungsländer stark ein.

Die wilde Tomate Lycopersicon hirsutum stammt aus Ecuador und Peru. Sie ist gegen viele Krankheiten resistent und wird in der Patentschrift ausdrücklich erwähnt. Durch das weitreichende Schrumpeltomaten Patent kann es passieren, das Bauern aus diesen Ländern gegen das Patent verstoßen, wenn sie handelsübliche und die Wildsorte kreuzen.

Tomatenhandel : Märkte weltweit

Tomaten gehören zu den beliebtesten Gemüsesorten der Deutschen. Über 20 kg verschiedenster Tomatenprodukte verzehrt ein Bürger im Jahr. Produziert werden die roten Früchte aber nur zu einem kleinen Teil in Deutschland, 93 % stammen aus dem Ausland. Auch wenn der Großteil aus Europa stammt, so gibt es doch Tomaten die einen längeren Weg hinter sich haben.

In vielen Entwicklungsländern ist der Handel mit Gemüse ein wichtiger Markt. Dabei geht es nicht nur um die Versorgung des inländischen Marktes, sondern auch um Exporte. Mehr als ein Drittel der 2004 produzierten mexikanischen Tomaten waren für den Export bestimmt. Ein Großteil wurde in die USA verkauft.

Auch in Koluedor einem ghanaischen Dorf in der Nähe der Hauptstadt Accra ist die Tomate ein wichtiges Handelsgut. Über fünftausend Menschen leben hier, neben der Tomate werden auf den meist weniger als 20m² umfassenden Feldern auch andere Pflanzen für den Eigenbedarf angebaut, auch Tiere halten die Bauern. Einkommen erzielen die Kleinbauern aber vor allem durch Handel mit Tomaten.

In Marokko ist der Tomatensektor wichtig. Anders als in Ghana versorgen die marokkanischen Tomaten aber nicht nur die lokalen Märkte, sondern sind auch ein wichtiges Exportgut. 90 Prozent der Exporte gehen in die EU. Für den Export wird in Gewächshäusern produziert. Tomaten, die den hohen EU- Anforderungen nicht entsprechen, kommen wie auch die auf dem offenen Feld produzierten Tomaten auf den Binnenmarkt.   

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