"Das Reich Gottes ist nicht indifferent gegenüber den Welthandelspreisen!"
(Würzburger Synode, "Unsere Hoffnung", 1975)

In allen christlichen Kirchen wächst die Einsicht, dass die Hilfe zu einer dauerhaften Verbesserung der Lebensverhältnisse insbesondere in der "Dritten Welt" eine große Herausforderung darstellt: Das Eintreten für weltweite Gerechtigkeit ist gemeinsamer Auftrag aller Christen. Eine Antwort auf diese Herausforderung versucht seit mehr als drei Jahrzehnten eine ökumenische Bewegung zu geben, die zunächst als "Aktion Dritte-Welt-Handel" und später als "Fairer Handel" bekannt wurde:
Der Faire Handel verbindet die konkrete Unterstützung von Menschen in der "Dritten Welt" mit der Informations- und Bildungsarbeit in Deutschland.
Gegründet von kirchlichen Jugendverbänden und Hilfswerken, ist der Faire Handel heute eine der größten ökumenischen Bewegungen, die längst die Grenzen der christlichen Kirchen überschritten hat: Der Faire Handel wird von vielen gesellschaftlichen Gruppen mit getragen.
Fairer Handel -
Vier Jahrzehnte gelebte Ökumene!
1970
Aus Kritik an der offiziellen Entwicklungspolitik organisieren die kirchlichen Jugendverbände aej (Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V.) und BDKJ (Bund der Deutschen Katholischen Jugend), unterstützt insbesondere von kirchlichen Hilfswerken, Hungermärsche in 70 Städten der Bundesrepublik und mobilisieren 30.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
1971
Daraus entsteht die Bewegung „Aktion Dritte Welt Handel“ (A3WH). Die Ware ist Gegenstand politischen Lernens: „Lernen durch Handeln“.
1972
Die „Gesellschaft für Handel mit der Dritten Welt“ wird als deutsche Tochter der niederländischen Stiftung S.O.S.in Würselen bei Aachen gegründet. Diese Vorläuferorganisation der GEPA erleichtert den Vertrieb der Waren, die man bis dahin aus den Niederlanden bezog.
1973
Der weltweit erste fair gehandelte Kaffee kommt gleichzeitig in den Niederlanden und in Deutschland auf den Markt: Die Aktion „Indio-Kaffee“ mit dem MISEREOR-Partner FEDECOCAGUA aus Guatemala ist unter dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“ erfolgreich.
1974
Die Vorläuferorganisation der GEPA lässt sich unter dem Namen „Gesellschaft für Partnerschaft mit der Dritten Welt“ (GFP 3.Welt) in Wuppertal nieder.
1975
Gründung der GEPA („Gesellschaft zur Förderung der Partnerschaft mit der Dritten Welt mbH“) durch MISEREOR, den Kirchlichen Entwicklungsdienst, BDKJ, aej und AG3WL mit Basisgruppen.
1978
Gemeinsame Jugendaktion von MISEREOR und BDKJ: Jutetaschen aus Bangladesh werden mit dem Slogan „Jute statt Plastik“ zum Symbol für einen anderen Lebensstil.
1980
Es gibt in Deutschland rund 80 Weltläden und 1.500 Aktionsgruppen
1989
Da Handelspartner verstärkt nach zusätzlichen Vermarktungsmöglichkeiten fragen, entschließt sich die GEPA, ihren Vertriebsweg auszuweiten: Von nun kann man GEPA-Produkte nicht nur im Weltladen, sondern auch im Supermarkt einkaufen.
1990
In Deutschland gibt es rund 550 Weltläden und 5.000 Aktionsgruppen
1992
Die Siegelorganisation TransFair wird zur Ausweitung des Fairen Handels gegründet. Gründungsmitglied sind insbesondere kirchliche Organisationen, darunter MISEREOR, BDKJ und aej sowie Brot für die Welt.
1994
Gründung des Fair Trade e.V. Er hat seinen Sitz bei der GEPA und macht vielfältige Bildungs- und Informationsarbeit zum Fairen Handel (www.fairtrade.de). Er wird getragen von seinen Mitgliedern: MISEREOR und der Evangelische Entwicklungsdienst (EED), BDKJ und aej sowie das Kindermissionswerk "Die Sternsinger".
1995
In Deutschland gibt es rund 750 Weltläden und 7.000 Aktionsgruppen
1997
MISEREOR und BDKJ gründen mit „Welt&Handel“ die Zeitschrift, die bis heute regelmäßig aus dem ganzen Spektrum des Fairen Handels berichtet. Später kommen auch aej und EED sowie Brot für die Welt als Herausgeber hinzu.
2000
Die Studie „Entwicklungspolitische Wirkungen des Fairen Handels“ von MISEREOR, Brot für die Welt und Friedrich-Ebert-Stiftung regt die Diskussion über die politischen Wirkungen des Fairen Handels neu an.
2001
Die erste bundesweite "Faire Woche" findet statt.
2002
Das „Forum Fairer Handel wird gegründet: Mitglied sind Organisationen, die wie etwa die GEPA oder TransFair ausschließlich im Fairen Handel arbeiten, sowie Organisationen, die die Förderung des Fairen Handels als einen der Schwerpunkte ihrer Arbeit sehen, wie z.B. MISEREOR und EED.
2002
Die EKD-Synode fordert kirchliche Einrichtungen auf, fair gehandelte Produkte zu verwenden.
2003
MISEREOR und EED machen in Berlin beim ersten Ökumenischen Kirchentag mit der Aktion „Fair einigt uns“ gemeinsam mit BDKJ, aej und Brot für die Welt auf die ökumenische Geschichte und Prägung der Fair Handels-Bewegung aufmerksam.
2003
Es gibt in Deutschland rund 800 Weltläden und 7.000 Aktionsgruppen. In 22.000 Supermärkten sind fair gehandelte Produkte erhältlich.
2004
Das Kindermissionswerk "Die Sternsinger" wird Gesellschafter des Fair-Handelshauses GEPA.
2007
Die evangelische Hilfsaktion „Brot für die Welt“ wird Mitglied der Gesellschafterversammlung der GEPA. Sie vertritt dort jetzt zusammen mit dem EED die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD).
2010
Gemeinsam erinnern MISEREOR und EED, BDKJ und aej sowie die Sternsinger und Brot für die Welt beim zweiten Ökumenischen Kirchentag in München mit Veranstaltungen und Informationsangeboten an das 40jährige Bestehen der Fair Handels-Bewegung in Deutschland und an ihre ökumenisch geprägte Geschichte.
2011
Inzwischen sind fair gehandelte Produkte bundesweit in rund 900 Weltläden, 30.000 Supermärkten, Bio- und Naturkostläden und bei etwa 6000 Aktionsgruppen erhältlich.
Der Faire Handel wächst stetig weiter.

Der Faire Handel wird getragen von vielen Engagierten in Kirchengemeinden, Weltläden, Verbänden und Schulen. Kirchliche und kirchennahe Organisationen unterstützen dieses Engagement. Darunter sind u.a.:
Bischöfliches Hilfswerk MISEREOR, Evangelischer Entwicklungsdienst (EED), Brot für die Welt, Kindermissionswerk "die Sternsinger", Kindernothilfe e.V., Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend (aej), Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG), Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB), Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), Katholischer Deutscher Frauenbund (KDFB), Katholische Junge Gemeinde (KJG), Katholische Landjugendbewegung (KLJB), Katholische Landvolkbewegung (KLB), Kolpingwerk Deutschland, Katholische Studierende Jugend (KSJ), Hauskirchlicher Dienste der Ev.-Luther. Landeskirche Hannover, Bund Neudeutschland, Christliche Initiative Romero e.V. (CIR), Deutsches Institut für ärztliche Mission, Evangelische Frauenarbeit in Deutschland e.V., Quäkerhilfe e.V.
Gepa
Gepa-Weg 1
42327 Wuppertal
www.gepa.de/
TransFair
Remigiusstraße 21
50937 Köln
www.transfair.org/