Misereor Logo

Projektreportage: Die Kinder vom St. Mary´s Circus Club

Dribbelnder Junge im FC-Köln Trikot

Aufgeregt sind Remal, Tariku und Muluneh immer noch, wenn Sie auftreten. Sobald die jungen Akrobaten im Trommel-Rhythmus ihre waghalsigen Übungen vorführen, ist das Lampenfieber vergessen. In Höchsttempo springen sie in die Luft, überschlagen sich, laufen auf Händen, drehen einen Salto auf dem Boden: die Kinder vom St. Mary´s Circus Club.

Eine professionelle Bühne brauchen die Kinder nicht. Beleuchtung ist die Nachmittagssonne, die durch die Fensterritzen in die kleine Turnhalle dringt. Die Jugendband begleitet rhythmisch. Das Publikum sitzt auf dem Boden und feuert die Jungs an. "Sport und Akrobatik sind ein guter Ausgleich zur Schule und zur Ausbildung", erklärt Atsbaha Gebre-Selassie, Leiter des Ausbildungszentrums St. Mary´s School in Wukro/Äthiopien. "Wir wollen bei den Jugendlichen Selbstbewusstsein und Eigeninitiative wecken und ihnen langfristig Zukunftsperspektiven in ihrer Heimat erschließen."

Wukro ist eine kleine Stadt im Norden Äthiopiens. 85 Prozent der Menschen leben von der Landwirtschaft, wegen schlechter Methoden und häufiger Ernteausfälle ein oft mühsames Geschäft. Lange Trockenperioden und knappe Wasservorräte gehören zum Alltag. Der Druck auf die ohnehin knappen Ressourcen ist groß, soziale Spannungen an der Tagesordnung.

In diesem schwierigen Umfeld gibt die St. Mary´s School mit Hilfe von MISEREOR 360 Schülern Halt und Sicherheit mit einer dreijährigen Ausbildung. Neben den schulischen Grundlagen erlernen die Jugendlichen das Handwerk als Schreiner, Metallverarbeiter oder Elektroinstallateur. Angepasste Landwirtschaft und Bewässerungstechniken stehen auch auf dem Stundenplan, um langfristig die Lebensbedingungen in Wukro zu verbessern.

"Für die Menschen in Wukro ist es vor allem wichtig, dass sie dank uns die Chance bekommen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen", weiß Atsbaha Gebre-Selassie. "Mit unserer Ausbildung schlagen wir die Brücke zwischen Theorie und Praxis. Mit Sport stärken wir soziale Werte und fördern das friedliche Miteinander. Nur wer sich kennt und vertraut, kann für ein gemeinsames Ziel zusammenarbeiten. Das kommt allen zu Gute", so Gebre-Selassie.

Gegenseitiges Vertrauen brauchen auch Remal, Tariku und Muluneh. Sie haben sich zu einer menschliche Pyramide übereinandergestellt. Das Publikum klatscht, die Jugendband spielt noch einige Takte. Am nächsten Tag werden die drei wieder gemeinsam in die Schule gehen, für ihren Abschluss lernen, später eine Ausbildung abschließen und für sich und ihre Familien das Überleben sichern. Ein guter Anstoß ist gegeben: im St. Mary´s Circus Club in Wukro.

Reportage: Michael Mondry

Kontoinformationen
Konto 10 10 10 MISEREOR
BLZ 370 601 93 PAX-Bank

Kontakt

Georg Larscheid
Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: -