21. Februar 2010
Und bis wir uns wiedersehen ...
... halte Gott euch fest in seiner Hand. Mit dem Festgottesdienst zur Eröffnung der Fastenaktion in Münster ging die 25. Hungertuchwallfahrt zu Ende. Wir danken allen Wallfahrerinnen und Wallfahrern für ihr großartiges Engagement. Unser Dank gilt auch den Pfarrgemeinden und Gruppen für die liebevolle Betreuung unserer Wallfahrerinnen und Wallfahrer.
Aktuelle Berichte:
21. Februar 2010
Die neuesten Meldungen finden Sie auch auf www.hungertuchwallfahrt.de
20. Februar 2010
Hallo, wir sind gut angekommen, so schnell geht eine Woche rum. Alle sind froh und Gruppe A und B sind ziemlich kaputt. Nachdem wir das Tuch um 23:45 Uhr in Drensteinfurt nach einer sehr schönen nächtlichen Andacht übernommen haben, ging es die Landstraße entlang. Gemütlich mit kreativem Gesang durch die nächtliche Landschaft. Auf dem freien Feld pfiff zwar noch der Wind, aber kein Vergleich mehr zu den letzten Tagen. Nach der Statio vor einer evangelischen Kirche zogen wir das Tempo etwas an und kamen 15 Minuten vor der Zeit in Münster Wolbeck an. Ziemlich kaputt und müde, aber zufrieden beendete die Gruppe A ihre letze Kleingruppenetappe. Die Gruppe B wurde mit einer kleinen Andacht vom Pfarrer des Ortes auf den Weg geschickt und für uns standen Brote, Tee und Kaffee im Pfarrheim bereit. Schnell hieß es von 4:30 Uhr bis 6:15 in irgendeiner Ecke schlafen, um dann rechtzeitig mit dem Bulli nach Telgte überzusetzen, um alle anderen wieder zu treffen.
Beim Frühstück trafen wir alle HTWler und die Hungertuchwallfahrer aus Paderborn. Gemeinsam in einer beeindruckenden Prozession mit mehreren Hungertüchern ging es Richtung Münster. An der Stadtgrenze von Münster begrüßte uns der Bürgermeister, der Bischof und Herr Sayer. Nache einem kurzen Gebet ging es weiter Richtung Dominikaner Kirche. Dort hatten wir einen sehr internationalen Gottesdienst. Nach einer Einleitung durch Herrn Sayer bezogen auf die HTW und auf die Klimakonferenz feierten wir mit Gästen aus dem Tschad, Haiti und Afrika unseren Abschlussgottesdienst.
Anschließend gab es noch ein gemeinsames Mittagessen und dann endlich in der Turnhalle einer Mädchenrealschule - zwei Stunden Schlaf auf der Luma. Um 18:00 Uhr trafen wir uns noch in der Großgruppe zur Abschlussrunde. Gemeinsam tauschten wir unsere Zeichen der Zeit aus und sagen und sagten Danke, dass alle trotz der zum Teil schwierigen Witterungsverhältnisse gut angekommen sind. Wir dachten an Renate und Wendelin sowie an Desiree, die aus gesundheitlichen Gründen aussteigen mussten. Ihr wart in unserer Abschlussrunde dabei. Danke auch an Angelika, dass alles so prima für die Großgruppe organisiert war. Peter verabschiedete sich nach 25 Jahren HTW, aber er bleibt in Gedanken und für "Kurzbesuche" uns noch treu. Es gab einen tobenden Ablaus für ihn.
Anschließend hatte die Diözese Münster einen wunderschönen Empfang für uns bereitet, so dass wir sowohl mit den internationalen Gästen als auch unter uns noch die Möglichkeit hatten, unsere Erfahrungen auszutauschen und wirklich ausgezeicnet zu essen.
Danke an alle, die das für uns so gut vorbereitet haben. Nun hat mich meine Luma wieder und ich bin mehr als froh endlich am Stück schlafen zu dürfen. Glücklich und zufrieden für eine Woche innehalten und zu stoppen vom Alltag, die Zeichen unserer Zeit suchend.
Ich sage von Herzen danke, allen Menschen, die uns so herzlich aufgenommen haben. Die immer eine leckere Mahlzeit und einen Raum zum Schlafen für uns hatten. Danke für die vielen guten Begegnungen und Gespräche, sowohl in der Gruppe als auch mit allen am Wegesrand.
Last but not least, ganz herzlichen Dank an Matze und Walter, für eure Vorbereitungen und dass ihr es mit uns ausgehalten habt. Für die vielen Geschichten, Witze und guten Gedanken.
Gute Nacht
Steffi Spiegel
19. Februar 2010
Zielgerade
Und schon geht es mit Riesenschritten dem Ziel entgegen. Gruppe C hat (nach Zeitplan) soeben die letzte Einzeletappe beendet. Morgen früh um 8:00 Uhr treffen alle Wallfahrtsgruppen in Telgte zusammen.
Udo Stöckl
19. Februar 2010
Hallo,
nach einer kurzen Nacht sind wir nach Dortmund gefahren. Quer durch die Stadt ging es erst mit Begleitung, dann ohne weiter. Die Busse hatten große Probleme, die Gruppe zu finden, diese allerdings nicht ihren Weg.
Etwas kreuz und quer und mit viel Karte lesen - Matze war nicht da :-)) erreichten wir zum Schluss im Schnelllauf Lünen. 75 Kindergartenkinder begrüßten uns am Ortseingang und liefen mit uns zur Marienkirche. Dort trafen wir auf die Gruppe B und der Pastoralreferent Andreas Dahlmann hielt eine kurze Andacht für uns und die Kinder. Walter erläuterte den Kindern dann noch das Hungertuch.
Nach der Übergabe an Gruppe B traf noch Herr Prof. Sayer (Hauptgeschäftsführer bei MISEREOR) ein, der die Gruppe B auf der nächsten Etappe begleitete. Mit dem Segen ging es für Gruppe B auf den Weg.
Wir bekamen ein gutes Mittagessen im Krankenhaus und hatten jetzt ausgiebig Zeit zum Schlafen. Jetzt freuen wir uns auf ein gemütliches Abendessen und einen Gottesdienst mit den Firmlingen des Ortes Lünen und heute Abend um 22:00 Uhr geht es weiter.
Danke für die liebevolle Aufnahme vor allem den vielen Kindern.
Steffi Spiegel
18. Februar 2010
Von Siegen nach Kreuztal
Nach dem Frühstück gestalteten wir eine Doppelstunde in der 5. Klasse (Haupt- und Realschule), gemeinsam mit dem uns betreuenden Pastoralreferenten Herrn Schütz. Die Kinder entdeckten mit Freude das ganze Hungertuch, stellten interessierte Fragen an uns und spielten selbstständig Situationen, wo bei uns Verschmutzung passiert. Gleichzeitig machten sie sich Gedanken was sie als Kinder heute schon tun können, damit die Schöpfung in Einklang kommt. Zum Schluss sangen wir „Er hält die ganze Welt in seiner Hand“. Herr Schütz sandte uns mit einem Segen auf den Weg und wir überreichten den Kindern noch Segensbändchen. Danke für die herzliche Aufnahme in Herborn.
Dann ging es zu Gruppe D nach Siegen. Von Siegen liefen wir immer die B 54 entlang bzw. unter der B 54n durch. Der Weg war leicht zu finden, die Idylle lies zu wünschen übrig. Über uns die vierspurige Straße, neben uns die alte Bundesstraße, dann die Eisenbahnlinie und viele Fabriken und Abräumhalden. Eine Mitpilgern sagte: „Erschreckend wie sehr sich die Hungertuchimpressionen zur Zerstörung der Schöpfung auch bei uns bewahrheiten. … Manchmal habe ich das Gefühl, dass wir nicht merken wie wir uns langsam den Boden unter den Füßen wegziehen (lassen).“
Pünktlich erreichten wir das Pfarrheim, wo wir ganz herzlich empfangen wurden. Die Kommunionkinder sagen bei der Übergabe an Gruppe B uns ein Weglied und Gruppe B zog los. Wir bekamen Kaffee/Tee und Kuchen und dann übereichten uns die Kommunionkinder noch Brot, das sie selbst gebacken hatten, mit einer Geschichte, dass wenn man Brot geschenkt bekommt, Heimat gefunden hat.
Jetzt sind wir etwas müde gut aufgewärmt und freuen uns aufs Abendessen. Anschließend gibt es noch eine Andacht und dann heißt es Nachtruhe, weil es morgen früh um 3.00 Uhr weiter geht.
(Steffi Spiegel)
18. Februar 2010
Etappe Leun nach Herborn
Da wir wieder in die Nacht laufen sollten, haben wir unsere Statio bereits in Werschau gemacht. Intensiv haben wir uns ausgetauscht über die Gefahren durch die Abholzung des Regenwaldes, die komplizierten Zusammenhänge, was dies mit unserem Lebensstil zu tun hat, bzw. was wir tun können. Es entstanden sehr gute Gespräche über Möglichkeiten durch das eigene Verhalten auch größere Zusammenhänge zu beeinflussen, auch wenn es oft nur kleine Schritte sind.
Um 18.00 Uhr ging es in Leun los immer dem Radweg nach. Geführt wurde wir von zwei Männern aus der Gemeinde, so dass wir kein karte brauchten. Unterwegs kamen wir an einem kleinen Wasserkraftweg vorbei, was den Bogen zu unseren Gesprächen am Nachmittag und zu Eppstein schloss. Weiter ging es nach Herborn, wo wir kurzen Halt an der Stelle machten, an der 1987 ein Tanklastzug in ein Haus raste und vier Menschen starben. Außerdem wurde das brennende Benzin in die Dill gespült und so brannten über einen Kilometer die Uferböschung ab. Müde und zufrieden kamen wir in Herborn in Pfarrzentum und einer ziemlichen Rutschpartie (Blitzeis) entluden wir die Bullis. Nette Leute gaben uns noch Tee und Brot und wir bezogen unser Nachtquartier und hatten eine normale Nacht bis morgens um 8.00 Uhr zum Frühstück.
Steffi Spiegel
17. Februar 2010
Nächte
Wieder haben wir gut auf unseren Isomatten geschlafen. Die Nachtlager sind schon malerisch. Matten, Schlafsäcke und oben drauf noch die warme Jacke. Trotzdem ziehen wir alles fest zusammen, damit keine kalte Luft uns stört. Morgens werden wir dann jedoch verwöhnt. In den Gemeinden geben sich die Leute so viel Mühe uns zu verwöhnen. Richtig tolle Buffetts locken uns. Mit Kuchen, Kaffee und Leckereien. Es ist sagenhaft, mit welcher Freundlichkeit wir überall aufgenommen werden.
Bald geht´s weiter. Wir warten hier auf die Gruppe, die uns das Hungertuch übergeben wird. Um 18.00 Uhr geht es dann weiter hinaus in die Schneelandschaft. Wir gedenken dabei vor allem der Menschen im Tschad, Brasilien und Indien.
(Monika Graef)
17. Februar 2010
Eine sehr kalte Nachettappe von Bad Camberg nach Brechen-Werschau
brich auf – bewege dich
Nach einer Statio in Bad Camberg ging es los in die Nacht. Durch den Ort auf der Landstraße bergauf, nach einigen gruppendynamischen Prozessen haben wir unseren Rhythmus gefunden und liefen als Gruppe gemeinsam zwischen den Autos. Um 0.30 Uhr sollte eine Statio in Gnadental bei der ökumenischen Kommunität sein. Leider war keiner gekommen und so waren wir sehr durchgefroren bis es weiterging. Anschließend ein herrlicher Weg durch den Schnee, die Sterne funkelten am Himmel und im flotten Schritt ging es vorwärts. An der Berger Kirche hieß es dann noch ein bisschen warten – wieder durchfrieren – bis Gruppe B eintraf. Nach einer kurzen Statio und der Infos von Gruppe C – Markus geht es nicht sehr gut – schickten wir die Gruppe auf den Weg. Vor dem Friedhofstor ging unsere nächtliche Aschermittwochsandacht los.
Am Tor des Friedhofs wurden wir aufgefordert, bewusst durch das Tor in den Beginn der Fastenzeit zu gehen. Mit einem Kreuzzeichen, die Fastenzeit bewusst mit Christus beginnen. Die zweite Station vor der Kirche, sollten wir alles was uns bedrückt, der Krach mit dem Chef, den Unmut mit dem Nachbarn, die Unzufriedenheit mit mir selbst … auf einen „Stick“ aus Holz laden. Symbolisch unsere Belastungen „abladen“ und dann diesen Stick ins Feuer werfen. Das kannst de verbrennen. Weiter ging es in der sehr kalten Kirche, die älter ist als der Limburger Dom. Einander teilten wir uns das Aschekreuz aus. In den Fürbitten und im Vater unser fassten wir unsere Anliegen zusammen und froh und sehr müde wurden wir in die Nacht entlassen mit dem Lied: Steh auf … bewege dich …
Nach ein paar Minuten Fahrt bezogen wir „Uschis“ alte Heimheit, das Pfarrhaus in Werschau und durften ganz schnell schlafen. Heute morgen bekamen wir ein sehr gutes Frühstück. Jetzt mal sehen, was der Tag bringt.
(Steffi Spiegel)
17. Februar 2010
02:30 h letzte Nacht in/vor der Berger Kirche: der Universums-erste AschermittwochsGoDi mit Gruppe A - Gruppe B bringt das Hungertuch durch die sternenklare eiskalte Nacht über Villmar pünktlich nach Arfurt - trotz einiger Stürze auf dem Eis - Pfarrer Dexelmann begrüßt die Wallfahrer - sie gestalten anschließend einen Schul- und KindergartenGoDi mit - Gruppe C läuft durch den tiefverschneiten Wald über Wirbelau zur Gas-Pipeline Unglücksstelle - kurze Statio im Sonnenschein - über den Lahnradweg nach Weilburg - dort Godi mit Bezirksdekan Lippert und Pfarrer Mayer - Gruppe D bricht gegen 13:00 h auf in Richtung Leun...
...Fortsetzung folgt
Udo Stöckl
16. Februar 2010
Dank an die Gruppe B
Vielen Dank, ihr HTWler, die ihr uns heute von der Gruppe B in St. Michael, Eppstein-Ehlhalten besucht habt. Der Nachmittag mit euch war sehr informativ und ihr habt uns das Hungertuch in einer authentischen Weise näher gebracht. Ihr seid ein tolles Team und konntet unsere Gemeinde auch beim Abendessen richtig begeistern. Wir wünschen euch Gottes Segen auf eurer weiteren harten und vor allen Dingen kalten Wallfahrt.
Albert Kretschmer, PGR Ehlhalten
16. Februar 2010
Erste Etappe Gruppe A
Nach einem guten Frühstück im Franziskanerhaus von Hofheim hatten wir in der Kapelle unseren gemeinsamen Aussendungsgottesdienst. Der Franziskaner Bruder Markus feierte mit uns einen Gottesdienst und setzte die Lesung aus dem Jakobusbrief in Verbindung mit unserem Hungertuch. Die Finanzkrise mit weiterem Wachstum zu beheben, zeigt sich als Systemkonform, aber ist das die richtige Lösung für unsere Erde? Schauen wir nicht zu oft, dass es nur uns gut geht, persönlich oder in unserem Land? Verlieren wir nicht die Schöpfung und die anderen Menschen aus dem Blick? Wir vergessen unseren Fortschritt in die Schöpfung zu integrieren und leben egoistisch für uns selbst. Franziskus zeigte uns im Sonnengesang, dass er Gott gemeinsam mit den Geschöpfen und der Natur pries, als Einheit und im Einklang. Gott ruft uns nicht auf, die ganze Welt zu verändern, sondern nur unsere Talente einzusetzen und dann tut er das notwendige dazu.
Mit diesen und noch vielen anderen Gedanken wurden wir in die herrliche Winterlandschaft entlassen. Das erste Stück der Etappe gingen wir noch alle zusammen und auf dem wunderschönen Schneeweg machten wir unsere erste Statio. Gemeinsam stimmten uns Angelika und Paulchen uns auf unseren Weg ein, mit dem Impuls
„Das Aussehen der Erde und des Himmels könnt ihr deuten. Warum könnt ihr dann die Zeichen dieser Zeit nicht deuten?“
„Was ist für mich ein Zeichen dieser Zeit? „
Mit einem kleinen Kärtchen für jeden und jede von uns wurde die Gruppe A auf den Weg geschickt. Bei wunderschönem Sonnenschein ging es weiter auf dem Waldweg und an der evangelischen Kirche in Lorsbach hatten wir unsere Statio zur Weltfamilie auf dem Hungertuch. Nach einem gemeinsamen Lied und einen Gebet ging es weiter nach Eppstein. Hier stellten Heri und Matze fest, dass sie vor 10 Jahren hier schon einmal die Gastfreundschaft genießen durften. Zwei nette Frauen hatten für uns den Tisch gedeckt und eine gute Suppe vorbereitet. Der Hit war der Nachtisch aus afrikanischen Mangos und philipinischen Mangos. Das Rezept haben wir mitgenommen, ein toller Nachtisch um den Geschmack für Eine Welt Produkte zu wecken. Nachher gibt es noch eine Führung in der alten Dorfkirche und heute Nacht um 22.45 Uhr geht unseren Weg weiter.
(Steffi Spiegel)
16. Februar 2010
Nach einem bewegenden Aussendungsgottesdienst ist die Hungertuchwallfahrt 2010 heute Morgen in Hofheim gestartet. Bei strahlendem Sonneschein ging es mit der Großgruppe durch den verschneiten Wald Richtung Lorsbach/Eppstein. Nach einer kurzen Statio wurde Gruppe A alleine auf den Weg geschickt. Ehlhalten, Esch und Bad Camberg sind jetzt die nächsten Ziele, ehe es dann an die Nachtetappen geht.
1000Dank an Winfried Monz und Günther Adam, die die Hungertuchwallfahrt hier im Bistum Limburg so gut auf den Weg gebracht haben ...
Udo Stöckl
15. Februar 2010
Ein wahrsinnig voller Tag geht zu Ende. So viele Eindrücke, gute Gespräche und ein volles abwechslungsreiches Programm. Aber der Reihe nach, als letzte kamen wir gestern Abend gemütlich und von Uschi sicher kutschiert in Hofheim an. Die ganze Gruppe beim Abendessen, wen soll ich zuerst begrüßen, ein Hallo und gleichzeitig der Wunsch erst mal Ruhe. Dann ging es los, klar 25 Jahre HTW mussten erst mal per Power Point reflektiert werden. Immer wieder die Überraschung: Mensch sind einige alt geworden und andere – wer wohl – haben immer noch die gleiche Winterjacke wie vor vielen Jahren. Schön, so kann man sie wenigstens erkennen. Das übliche Gelächter bei all den alten Bildern und immer wieder "ah", da bin ich das erst mal dabei gewesen, "oh" schau mal den oder die – hast du sie erkannt. Oder liebevolle Kommentare wie, diese Mütze hattest du auch schon viele Jahre. Einfach schön gemeinsam sich zu erinnern und die Neuen erhielten gleich den richtigen Eindruck. Begegnung ist das wichtigste am Abend und natürlich für die Neuen Kennenlernen. Tolle Gespräche mit Menschen, die mir sehr wichtig sind. Schön, dass wieder einige Neue sich trauten mit zu kommen und sich auf das Abenteuer einzulassen. Viel Hallo, viele Gespräche und irgendwann ins gemütlich Bett des Franziskus Bildungshauses.
Heute Morgen hieß es dann Frühstück und anschließend einstimmen was kommt. Im Eckenspiel durften wir uns Gedanken zu unserem Lebensstiel machen und miteinander ins Gespräch kommen. So waren die Gruppen immer neu gemischt und jeder und jede hatte die Chance auch die anderen kennen zu lernen.
Im nächsten Staffellauf ging es um die diesjährigen thematischen Schwerpunkte von Misereor. Einmal war da Brasilien mit einer nachhaltigen Agrolandwirtschaft. In dem Projekt wurde in ein schulisches Konzept die nachhaltige Landwirtschaft im „Etagenbau“ dargestellt. Ein zweites Projekt handelt von der dezentralen Stromerzeugung in Indien, einmal mit Wasserkraft und ein zweites Mal mit Solarenergie. Außerdem wie den Frauen mit den einfachsten Mitteln gelernt wurde, Lehmöfen zu bauen, die besser – weil rußfrei – waren. Das dritte Projekt hat mich persönlich sehr betroffen gemacht, war der Tschad. Die Problematik, dass Erdölkonzerne, das Land ausbeuten und verwüsten ohne dem Land selbst einen Nutzen zukommen zu lassen. Eine sehr schwierige Situation, die eine breite Problematik widerspiegelte, sowohl in der Ausbeutung von Arbeitern, wie in der Verschmutzung von Trinkwasser, aber auch in zerstörtem Ackerland bis hin zur Kuroption und der Problematik von Milzgruppen. Wirklich harte Kost. Nach dem Mittagessen hatten wir die Chance, dass Tony Nwachukwu uns seinen Kreuzweg erläuterte, bei dem es immer galt, das Lamm – neben dem Lamm Gottes zu finden.
Anschließend hatten wir die Möglichkeit in unterschiedlichen Workshops mit verschiedenen Methoden uns der Fastenaktion zu nähern. Zum einen konnte das Hungertuch entdeckt werden oder sich am Beispiel von Wethen mit dem Thema Anders leben auseinander gesetzt werden, neben Bibelteilen war die Erde als Standpunkt zu erleben, oder man konnte gespannt einem Erfahrungsbericht aus Indien lauschen. Bibelteilen oder einen Kreuzweg beten war ebenfalls angeboten, so dass jede und jeder zwei Angebote finden konnte. Die üblichen Nebenbeschäftigungen wie Bully bekleben gab es natürlich auch noch.
Nach einem kurzen Liederüben kam die ersehnte Gruppeneinteilung, jeder und jede hatte schnell ihren Gruppenleiter oder ihre Gruppenleiterin gefunden und so konnten wir uns in den Kleingruppen über unsere Erwartungen austauschen. Wer kennt die Geschichte von den 86.400 EUR?
Viele Erfahrungen flossen hier mit ein, aber auch viele Fragen, Unsicherheiten und Wünsche. Matze schaffte es die zwei Stunden zu füllen – wie es bei den andern Gruppen war weiß ich nicht. Nach einem Abendlob und einem freiwilligen Rosenkranz ging es dann zum gemütlichen Teil über.
Wie jedes Jahr nehmen wir auch wieder ganz viele liebe Menschen mit, die aus privaten Verpflichtungen oder gesundheitlichen Gründen nicht mitgehen können. Wir beten für alle und ihr könnt sicher sein, dass ihr immer dabei seid. Fritzi hat uns eine ganz tolle Geschichte mit auf den Weg gegeben, die wie ich denke nicht nur für uns, sondern auch für euch zu Hause gebliebenen in der Fastenzeit ein kleiner Wegweiser sein kann.
Ein jüdischer Weiser fragte seine Schüler. Wie kann man den Augenblick bestimmen, wo die Nach zu Ende ist? Der eine Schüler fragt: „ Ist es, wenn man in der Ferne einen Feigenbaum von einer Palme unterscheiden kann?“ Der Rabbi antwortet: „Nein, das ist es nicht.“ Der nächste Schüler fragt: „Wenn man ein Schaf von einer Ziege unterschieden kann, dann wechselt die Nacht zum Tag?“ – „Auch das ist es nicht“, ist die Antwort des Weisen. „Aber wann ist denn der Augenblick gekommen?“ fragten die Schüler. Der Rabbi antwortete:
"Wenn Du in das Gesicht eines Menschen schaust und darin den Bruder oder die Schwester erkennst, dann ist die Nacht zu Ende, dann bricht der Tag an.“
In diesem Sinne hoffen wir auf viele geschwisterliche Begegnungen in den nächsten Tagen und ich freue mich, wenn es morgen losgeht und hoffe, dass das Wetter mitspielt.
Steffi Spiegel
14. Februar 2010
Liebe Wallfahrer, unsere Gedanken begleiten Euch auf der HTW. Anbei ein kleiner Text zur kommenden Zeit, den vielleicht der ein oder andere unterwegs auf sich wirken lassen kann:
Fasten
dass du nicht da bist
das ist mein Fasten
die Abwesenheit des Bräutigams
das Scheitern der Pläne
das Vermissen Gottes
Fastenzeit des Herzens
jeder ist seiner selbst so voll
pathologisches Übergewicht des
Sichwichtignehmens
Selbstgesättigtheit der Seele
Gott aber kann sich uns nur schenken
im Maße unsres Hungers nach ihm
gib dem Ehrgeiz keine Nahrung mehr
bläh das Selbstbild nicht mehr auf
dann lockert die Allsucht den
Giergriff
Abmagerung der Ichpotenz
und es wird Raum
für der Liebe Freilassung
mach dich also dünn
damit Weite wächst
in der dir alles zufällt
leicht wie ein Geschenk
Einen guten Weg - und bis wir uns wiedersehen, halte Gott Euch fest in seiner Hand
Die Burgdorfer
Einen kleinen Einblick in das Procedere der Wallfahrt gibt Ihnen unser HTW-ABC:
Kontakt
Angelika Becker-Held
0241/442-442
STOPP
innehalten vom alltäglichen Tempo,
sich neu ausrichten.
Aufbrechen,
auf den Weg machen,
gewohntes hinter sich lassen,
Ballast abwerfen;
Wesentliches vom Unwesentlichen trennen,
den Weg neu ausrichten,
auf das Ziel hin.
Wörtlich
auf Tuchfühlung gehen,
sich berühren lassen,
das Tuch als „Staffelholz“ tragen,
aus verschiedenen Perspektiven wahrnehmen.
Gehen für ein Thema das die Welt angeht:
Bewahrung der Schöpfung.
Hier, jetzt und heute,
Vernetzung
quer durch Deutschland,
mit der ganzen Welt,
nicht getrennt voneinander,
sondern abhängig,
verwoben miteinander.
Nicht nur mich im Blick,
nicht für mich alleine gehen,
sondern gemeinsam,
miteinander füreinander,
Multiplikatoren sein,
Sprachrohr
für die Ärmsten der Armen.
Unterwegs sein,
unwichtig, die sportliche Leistung,
wichtig der Weg,
bei Tag und bei Nacht,
Jung und Alt,
über Konfessionen hinweg,
an einem Strang ziehen.
Austausch,
miteinander in der Gruppe,
mit den Menschen am Weg.
Jeder bringt sich ein,
Jede ist wichtig,
getragen in der Gruppe,
behütet vom Paten, von der Patin.
Offen sein,
für unbequeme Gedanken,
für vielschichtige Gespräche,
für neue Menschen,
für unterschiedliche Gemeinden,
für überraschende Situationen,
für das wirkliche Leben, Begegnungen.
Den Horizont erweitern,
nicht wissen was kommt.
Neue Erfahrungen sammeln,
Spuren Gottes
entdecken,
erfahren,
austauschen.
Ich bin immer unterwegs,
wenn oft auch unbewusst,
deshalb einmal im Jahr,
bewusst aufbrechen,
sich auf den Weg machen,
sich neu ausrichten,
auf das Ziel hin.
Steffi Spiegel
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